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Russische Opposition:Kreml-Kritiker Nawalny muss ins Gefängnis

  • Der Kreml-Kritiker Nawalny ist von einem Moskauer Gericht zu einer 30-tägigen Haftstrafe verurteilt worden.
  • Nawalny habe wiederholt gegen das öffentliche Versammlungsrecht verstoßen, hieß es in der Begründung des Gerichts.
  • Der 41-Jährige hatte am Montag, dem russischen Nationalfeiertag, zu landesweiten Protesten gegen Korruption in Russland aufgerufen - und war festgenommen worden.

Ein Moskauer Gericht hat den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny zu 30 Tagen Arrest verurteilt. Das twitterte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch am späten Montagabend aus dem Gerichtssaal. Der Kreml-Kritiker habe wiederholt gegen die Regeln zur Organisation von Demonstrationen verstoßen, urteilte das Gericht ihren Angaben zufolge.

Zuvor war Nawalny noch vor Beginn einer von ihm organisierten Demonstration in Moskau festgenommen worden. Er hatte für Montag, dem russischen Nationalfeiertag, zu landesweiten Protesten gegen Korruption und Behördenwillkür aufgerufen. In ganz Russland gab es in knapp 200 Städten Proteste. Das Land feiert am "Tag Russlands" die Deklaration der staatlichen Unabhängigkeit am 12. Juni 1990.

Mehr als 700 Menschen in Gewahrsam genommen

Insgesamt waren nach Angaben der Menschenrechtsorganisation OWD-Info während der nicht genehmigten Proteste im Moskauer Stadtzentrum mehr als 700 Menschen in Gewahrsam genommen worden. In St. Petersburg gab mehr als 500 Festnahmen.

Anlass für die Proteste ist unter anderem ein Film, den Nawalny kürzlich veröffentlicht hatte. Darin wird Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew vorgeworfen, ein riesiges Vermögen durch ein Netzwerk an Stiftungen zu kontrollieren.

Nawalny will im kommenden Jahr als Präsidentschaftskandidat antreten. Mit einer Online-Kampagne ist es dem 41-Jährigen gelungen, viele Menschen auf die Straße zu bringen. Ende März hatte Nawalny bereits die größten Proteste seit Jahren organisiert. Daraufhin wurde er für 15 Tage inhaftiert.

© SZ.de/dpa/AFP/fie/kler
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