Rücktritt von CSU-Minister:Was kann man den Sozialdemokraten noch erzählen?

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Dass angesichts dieser Umstände auch ein SPD-Innenminister (der aus Kiel) den Rücktritt Friedrichs gefordert hat, kann man nicht gerade als koalitionsfreundliches Verhalten einstufen. Das gilt auch für die Tatsache, dass die vertrauliche Nachricht Friedrichs an Gabriel durch Sozialdemokraten publik wurde.

Die CSU fragt sich jetzt zu Recht, was man den Sozialdemokraten noch erzählen kann. Die Bayern sehen das Vertrauen, das sie schaffen wollten, von der SPD brutal missbraucht. Die CSU hatte vehement für eine Koalition mit den Sozialdemokraten geworben, weil sie diese - anders als die FDP oder die Grünen - für Regierungsprofis hielt. Dieser Glaube ist angesichts des desaströsen Krisenmanagements der SPD erst mal dahin.

Die Folgen für die Koalition darf man nicht unterschätzen. Der Zauber des Anfangs ist schlagartig vorbei. Außerdem ist die Sache mit dem Rücktritt ja nicht erledigt. Friedrich könnte nur der erste Dominostein sein.

Die Staatsanwälte werden versuchen zu ermitteln, welcher Politiker wann welche Information weitergegeben hat. Schließlich scheint irgendeiner ja auch Edathy informiert zu haben. In den nächsten Wochen dürften also auch SPD-Politiker ins Visier geraten. Mitleid von der CSU können sie dabei nicht mehr erwarten.

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