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Roth attackiert Militärbischof:"Mixa steckt noch im Mittelalter"

Grünen-Chefin Claudia Roth hat Militärbischof Walter Mixa wegen seiner Äußerungen zum Islam in Deutschland kritisiert - mit ungewöhnlich deutlichen Worten.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hält Walter Mixa als Militärbischof für ungeeignet. Wenn Mixa der Bundesrepublik empfehle, die Religionsfreiheit für Muslime einzuschränken, weil sie auch in islamischen Staaten eingeschränkt werde, "dann zeigt sich einmal mehr, wie wenig der Augsburger Oberhirte vom Grundgesetz und vom modernen Rechtsstaat hält und wie sehr er noch im Mittelalter feststeckt", sagte Roth.

Grünen-Chefin Claudia Roth

(Foto: Foto: dpa)

Er betreue aber keine "mittelalterliche Kreuzritterarmee", sondern eine "moderne, dem Grundgesetz und dem freiheitlichen Rechtsstaat verpflichtete Armee".

Mixa hatte am Freitag in einem Interview beklagt, dass Christen in vornehmlich islamisch geprägten Ländern "heute noch so gut wie keine Daseinsberechtigung" haben. Wenn dies so bleibe, müssten auch die Muslime in Deutschland mit Einschränkungen rechnen. "Dann muss es eben keine große Moschee sein mit hoch emporragenden, demonstrativ in Erscheinung tretenden Minaretten, dann reicht in einer christlich geprägten Kultur auch ein schlichter muslimischer Andachtsraum."

Roth zufolge lässt sich die Bundesrepublik "nicht in den Kampf der Kulturen und Religionen treiben lassen, von dem Mixa und seine ultrakonservativen Münchner Freunde träumen". Sie fragt sich: "Welcher Teufel muss den Bischof eigentlich geritten haben, wenn er das Handeln von Theokratien und Willkürstaaten auch nur entfernt als Richtmaß für die Bundesrepublik ansehen kann?" Die Werte und Grundrechte der deutschen Verfassung dürften nicht zu Geiseln von Feinden der Freiheit und der Demokratie werden, die erst dann gewährt würden, wenn es irgendwelchen Despoten irgendwo auf der Welt genehm sei.