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Rotes Kreuz:Bewaffnete entführen deutsche Krankenschwester in Somalia

Das ostafrikanische Bürgerkriegsland gilt für Hilfsorganisationen als besonders gefährlich. Wer die Angreifer sind, ist noch unklar.

Bewaffnete haben im ostafrikanischen Somalia eine deutsche Krankenschwester entführt. Die Mitarbeiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sei am Mittwochabend vom Gelände der Hilfsorganisation in der Hauptstadt Mogadischu verschleppt worden, teilte das IKRK mit. Demnach ereignete sich der Überfall gegen 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ).

Die bislang nicht identifizierten Angreifer seien auf das IKRK-Gelände in Mogadischu vorgedrungen. Ein Polizeisprecher sagte, eine großangelegte Suchaktion sei eingeleitet worden. "Wir sind tief besorgt über die Sicherheit unserer Kollegin", erklärte der IKRK-Vizevorsitzende Daniel O'Malley. Die Deutsche sei eine Krankenschwester, "die sich jeden Tag darum bemüht" habe, "Leben zu retten und den Gesundheitszustand von einigen der verletzlichsten Menschen in Somalia zu verbessern". Das IKRK steht nach eigenen Angaben im Kontakt mit verschiedenen Behörden, um die Freilassung der Frau zu erreichen.

Somalia zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. 1991 war in dem Land am Horn von Afrika ein Bürgerkrieg ausgebrochen, im dem seit 2005 auch islamistische Aufständische mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida kämpfen. 2016 und 2017 wurden in Somalia nach einem Bericht der Vereinten Nationen mindestens 30 humanitäre Helfer getötet, Entführungen sind allerdings relativ selten.

© SZ.de/AFP/AP/Reuters/mane/bepe

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