Roma in Europa – Rechtlicher Status der Roma

Roma, die Staatsangehörige eines EU-Landes sind, können sich aussuchen, wo sie leben möchten. Bis zum Jahr 2013 gelten in einigen EU-Ländern allerdings Übergangsbestimmungen für die Bürger neuer Mitgliedsstaaten, darunter Rumänien: Demnach müssen Einwanderer innerhalb von drei Monaten eine reguläre Arbeit finden, damit sie bleiben dürfen.

Außerdem genießen Roma besondere Schutzrechte in Europa: Der Europarat hat das "Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten" geschlossen, das bisher von 43 Staaten unterzeichnet, von vieren aber noch nicht ratifiziert wurde. Es verpflichtet die Staaten, nationale Minderheiten vor Diskriminierung und Gewalt zu schützen und sie in Bildung, Kultur und Medien zu fördern. In Deutschland ist das Übereinkommen seit 1998 in Kraft. Deutsche Sinti und Roma sind seit 1995 als nationale Minderheit anerkannt, neben den Dänen, Friesen und Sorben.

Der Europarat hat auch die "Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen" eingeführt. Mit ihr werden die jeweiligen Regional- oder Minderheitensprachen geschützt und gefördert. Zum Beispiel müssen die Staaten Gelegenheiten erhalten, bei denen diese Sprachen gesprochen werden können. Die Charta ist bisher von 31 Staaten unterzeichnet, von neun fehlt aber noch die Ratifikation. In Deutschland trat sie 1999 in Kraft, Romanes ist als Minderheitensprache anerkannt.

Bild: DPA/DPAWEB 2. September 2010, 08:552010-09-02 08:55:36 © sueddeutsche.de/mcs