Roma in EuropaEin Volk mit vielen Facetten

Von den Roma wird viel geredet und viel behauptet. Doch wer gehört überhaupt zu dieser Volksgruppe? Woher kommen die Roma und wie leben sie wirklich? Antworten auf die wichtigsten Fragen. In Bildern.

Roma in Europa – Wer sind Roma und woher kommen sie?

Vor etwa 1000 Jahren wanderten Gruppen aus Nordindien aus - wer die Leute waren und warum sie weggingen, ist nicht bekannt. Sie zogen unter anderem nach Europa und fassten spätestens in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in den Balkanstaaten Fuß. Der älteste schriftliche Beleg für ihre Ankunft in Deutschland findet sich in den Hildesheimer Stadtrechnungen aus dem Jahr 1407.

Im heutigen Sprachgebrauch hat der Begriff Roma zwei Bedeutungen: Im engeren Sinn versteht man darunter nur die Nachkommen jener Auswanderer, die sich in Osteuropa niederließen und erst in den vergangenen 200 Jahren in den deutschen Sprachraum zogen.

Im weiteren Sinn - und oft im internationalen Sprachgebrauch - ist Roma der Überbegriff für die verschiedenen Gruppen, die von den indischen Auswanderern abstammen, darunter die vor allem in Deutschland lebenden Sinti oder die Kalé in Spanien. Viele Gruppen lehnen allerdings Roma als Überbegriff ab, einige halten stattdessen "Zigeuner" als Bezeichnung für Gruppen mit vergleichbarer Lebensweise für geeigneter, andere empfinden das Wort als äußerst diskriminierend. Roma bedeutet eigentlich "Männer", ein Mann heißt "Rom", eine Frau "Romni".

Bild: Getty Images 2. September 2010, 08:552010-09-02 08:55:36 © sueddeutsche.de/mcs