Jens Spahn hat in den vergangenen Wochen schon einige schlechte Tage erlebt. Den ehemaligen Bundesgesundheitsminister holt gerade sein hemdsärmeliges Management bei der Maskenbeschaffung während der Pandemie ein. Es geht um sehr viel Geld, die Opposition fordert einen Untersuchungsausschuss. Spahn ist erst seit Anfang Mai Unionsfraktionschef, aber schon gewaltig in der Defensive. Doch dieser Freitag hat alles noch einmal in den Schatten gestellt. Denn Spahn hat bei einem wichtigen Thema die Kontrolle über seine Fraktion verloren. Selbst altgediente Parlamentsbeobachter konnten sich an kein vergleichbares Ereignis erinnern. Ein Desaster für Spahn. Aber auch für den Bundeskanzler und seine Koalition.
Frauke Brosius-GersdorfDie gescheiterte Richterwahl, ein Desaster für Jens Spahn
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Der Bundestag soll eine neue Verfassungsrichterin wählen. Formsache? Von wegen. Fraktionschef Spahn unterschätzt den Widerstand seiner Leute gegen die SPD-Kandidatin. Und plötzlich ist die Koalition im Ampelmodus.
Von Robert Roßmann, Berlin
