Rex Tillerson US-Außenminister distanziert sich von Trump

US-Außenminister Rex Tillerson nach einem Interview mit dem TV-Sender Fox News.

(Foto: AP)
  • US-Außenminister Tillerson hat in einem TV-Interview deutlich gemacht, dass er die Einschätzung Präsident Trumps zu Rassismus und Gewalt nicht teilt.
  • Trump hatte nach den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville darauf beharrt, die Gewalt sei "von vielen Seiten" ausgegangen.

US-Außenminister Rex Tillerson hat auf Nachfrage von Reportern betont, dass er die Haltung von Präsident Trump zu den rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville nicht teile.

Dieser hatte nach dem Aufmarsch Rechtsextremer, der in einem Auto-Attentat mit einer toten Gegendemonstrantin mündete, darauf beharrt, die Gewalt sei "von vielen Seiten" gekommen. Laut Trump seien unter den rechten Nationalisten auch "gute Menschen" gewesen.

In einem TV-Interview befragte der US-Sender Fox News nun den US-Außenminister, ob er Trumps Einschätzung der Ereignisse in Charlottesville teile. Tillerson erklärte zunächst diplomatisch, die US-Regierung fühle sich "den Werten des amerikanischen Volkes" verpflichtet und verteidige diese. Auf die Frage des Moderators Chris Wallace, wie es um die "Werte des Präsidenten" bestellt sei, wurde er hingegen deutlicher: "Der Präsident spricht für sich selbst."

Wallace hakte daraufhin nach, ob Tillerson sich davon distanziere. Tillerson erklärte, er habe seine eigenen Kommentare über amerikanische Werte abgegeben und sich auch während einer Rede im US-Außenministerium dazu geäußert.

In der genannten Rede hatte Tillerson gesagt, Hass sei kein amerikanischer Wert, und präzisiert: "Die, die ihn sich zu eigen machen, vergiften unseren öffentlichen Diskurs und schädigen ausgerechnet das Land, das sie zu lieben behaupten".

Hintergrund: Trump verliert Rückhalt in Politik und Wirtschaft

Vor US-Außenminister Rex Tillerson haben sich bereits etliche einflussreiche Politiker, Berater und Wirtschaftsfunktionäre von US-Präsident Trump distanziert - auch aus den Reihen der Republikaner. Trumps Amtsvorgänger George W. Bush erklärte in einem Magazininterview mit Blick auf die aktuelle politische Lage der USA: "Ich mag den Rassismus und die Beschimpfungen nicht. Und ich mag es nicht, wenn das Volk sich entfremdet fühlt".

Nach Trumps Reaktion auf die Ausschreitungen in Charlottesville waren die Konzernchefs von Merck & Co, Intel und Under Armour als Berater des Präsidenten zurückgetreten und hatten öffentlich erklärt, sie trügen Trumps Politik nicht mit.

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