bedeckt München 16°

US-Republikaner zur Präsidentschaft:Sarah Palin verzichtet auf Kandidatur

Eine Zeit lang galt Sarah Palin als Geheimwaffe der Republikaner für die Präsidentschaftswahlen. Doch in den vergangenen Monaten sind die Umfragewerte der Ex-Gouverneurin stetig gesunken. Jetzt zieht Palin zurück - "nach vielen Gebeten", wie sie in einem Brief an ihre Anhänger schreibt.

Die konservative US-Politikerin Sarah Palin wird nicht bei den US-Präsidentenwahlen 2012 gegen Barack Obama antreten. Sie habe entschieden, sich nicht um eine Nominierung bei den Republikanern zu bewerben, erklärte die 47-Jährige. Sie habe ihre Entscheidung "nach vielen Gebeten und ernsthaftem Nachdenken" getroffen, erklärte sie in einem Brief an ihre Anhänger am Mittwochabend.

Sie könne ihre politischen Ziele besser als Privatperson ohne politisches Amt verfolgen. Was genau Palin damit meinte, blieb zunächst offen. Sie und ihr Ehemann Todd wollten sich Gott, der Familie und dem Land widmen - in dieser Reihenfolge.

Palin sagte in einem Radiointerview, sie wolle auch nicht als Kandidatin einer anderen Partei antreten, weil dies Obama die Wiederwahl sichern würde. Die frühere Gouverneurin von Alaska hatte mehrfach angedeutet, sich eine Kandidatur 2012 vorstellen zu können.

In den kommenden Wochen werde sie bei der "Koordinierung der Strategien" zur Ablösung von US-Präsident Obama, zum Rückgewinn der Mehrheit im Senat und zur Verteidigung der Mehrheit im Abgeordnetenhaus helfen, schrieb die 47-Jährige in dem von US-Medien veröffentlichten Brief.

Palin war bis 2009 Gouverneurin von Alaska. Bei den Präsidentenwahlen 2008 trat sie als Vize an der Seite von John McCain an. Zeitweise galt sie als Ikone der populistischen Tea-Party-Bewegung.

Der Schritt, nicht zu kandidieren, war von vielen Republikanern erwartet worden - vor allem, seitdem ihre Konkurrentin Michele Bachmann sich als Kandidatin der Tea-Party-Bewegung zunehmend profiliert. In Umfragen war Palin schon seit Monaten zurückgefallen. Es heißt, die strikt konservative Politikerin polarisiere die Amerikaner zu sehr.

Als Favoriten im Lager der Republikaner gelten derzeit der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, und der texanische Gouverneur Rick Perry. Aber auch dem Abgeordneten Ron Paul aus Texas und dem früheren Unternehmer Herman Cain werden noch Chancen eingeräumt. Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hatte am Dienstag angekündigt, sich nicht um die Präsidentschaft bewerben zu wollen. Die Vorwahlen beginnen vermutlich Anfang Januar, die Präsidentenwahl ist am 6. November 2012.

© dpa/dapd/AFP/sebi/segi

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite