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Republikaner:US-Senator McCain leidet an bösartigem Hirntumor

  • Der republikanische Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain leidet an Krebs. Während einer Operation am Kopf wurde bei ihm ein Gehirntumor entdeckt.
  • Der 80-Jährige gilt als einer der einflussreichsten und profiliertesten Politiker in den USA.
  • Zahlreiche Weggefährten senden Genesungswünsche - darunter der amtierende Präsident Donald Trump, sowie die Ex-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton.
  • Ermutigende Worte findet McCains Tochter Meghan.

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat und republikanische Senator John McCain leidet an einem Hirntumor. Der Tumor sei entdeckt worden, als der 80-Jährige am vergangenen Freitag wegen eines Blutgerinnsels operiert wurde, teilte die behandelnde Klinik in Arizona mit. Der Senator und seine Familie beraten demnach mit den Ärzten über Behandlungsoptionen. Möglich sei eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung, hieß es weiter. McCains Tochter Meghan erklärte, die Familie sei schockiert von der Nachricht.

Der Republikaner gilt als einer der einflussreichsten und profiliertesten Politiker in den USA. Zuletzt hatte seine Partei die Abstimmung über die letztendlich gescheiterte Gesundheitsreform verschoben, um McCains Stimme nicht zu verlieren. Der 80-Jährige sitzt seit mehr als drei Jahrzehnten im Senat. 2008 war er Präsidentschaftskandidat der Republikaner, unterlag aber Barack Obama. McCain gilt als scharfer innerparteilicher Gegner von Präsident Donald Trump.

Nach Bekanntwerden von McCains Tumorerkrankung wünschte Trump seinem Kritiker gute Besserung. Er und First Lady Melania schickten ihre Gedanken und Gebete, teilte Trump in einer Erklärung mit. McCain sei "immer ein Kämpfer" gewesen. Auch Ex-Präsident Barack Obama bezog sich in seinen Genesungswünschen auf die Krisenerprobtheit des Politikers. McCain sei einer "der mutigsten Kämpfer, die ich je gekannt habe". Der Krebs wisse nicht, wem er gegenüberstehe, schrieb Obama auf Twitter. "Schick ihn zur Hölle, John."

Kämpfer im Vietnamkrieg, amerikanischer Held

McCain ist Vietnamkriegsveteran. Nachdem sein Flieger abgeschossen worden war, befand sich McCain fünfeinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft. Er sei ein amerikanischer Held, so Obama. Ex-Präsident Bill Clinton schrieb auf Twitter: "Er hat es in seinem ganzen Leben bewiesen - man sollte nicht gegen John McCain wetten. Die besten Wünsche für eine schnelle Genesung."

Auch der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, beschrieb McCain als einen Helden des Landes, der keinen Kampf gescheut habe. Ähnlich äußerte sich auch der Gouverneur des US-Bundesstaates Arizona, in dem McCain zu Hause ist. McCain habe dem Land so gedient wie kaum ein anderer, sagte Doug Ducey.

Und die kämpferische Haltung hat der 80-Jährige offenbar vererbt. Trotz ihrer persönlichen Betroffenheit über die Schreckensnachricht schickte McCains Tochter Meghan über Twitter zuversichtliche Worte in die Welt. "Meine Liebe für meinen Vater ist grenzenlos und wie jede Tochter kann ich und will ich nicht in einer Welt ohne ihn sein", schrieb sie. "Ich glaube daran, dass diese Tage weit entfernt bleiben."

© SZ.de/dpa/Reuters/AP/jobr/dd

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