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Republikaner-Kandidat Newt Gingrich:Letzte Chance Georgia

Den Benzinpreis halbieren - kein Problem: Newt Gingrich versucht das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur kurz vor dem Super Tuesday noch zu drehen. Mit gnadenlosem Populismus.

Er kennt das Gefühl. Er hat das alles schon erlebt. Newt Gingrich war totgesagt als Präsidentschaftskandidat. Zweimal bereits in diesem Wahlkampf. Und zweimal ist er wieder da gewesen. Im Sommer, als ihn fast alle seine Berater als unbelehrbaren Sturkopf verlassen hatten. Und dann Anfang des Jahres, als Mitt Romney und Rick Santorum ihn geschlagen hatten bei der ersten Vorwahlentscheidung in Iowa.

Newt Gingrich Campaigns In Ohio Ahead Of Super Tuesday Primary

"Mein Problem sind die Vorwahlen. Obama zu schlagen, wäre einfach": Republikaner-Kandidat Newt Gingrich.

(Foto: AFP)

Dem setzte er noch im Januar einen überzeugenden Sieg in South Carolina entgegen, stilisierte sich zur wahren Stimme des konservativen Wahlvolks. Seither aber sieht es wieder düster aus für Gingrich, den ehemaligen Sprecher der Republikaner im Repräsentantenhaus und Rabauken unter den Kandidaten.

In den Umfragen liegt er seit Wochen abgeschlagen auf dem dritten Platz. Romney ist noch immer vorn. Und Santorum hat ihn in der Gunst der Erzkonservativen und der Tea-Party-Aktivisten eindeutig ausgestochen. So sieht es auch bei der Anzahl der bisher gewonnenen Delegierten aus. Doch hat der 68-Jährige eine geradezu beneidenswerte Fähigkeit, sich immer wieder aus dem Sumpf zu ziehen. Zumindest scheint er sich selbst ein ums andere Mal überzeugen zu können, dass er aus dem Loch wieder herausfindet.

"Mein Problem sind die Vorwahlen. Obama zu schlagen wäre leicht", konstatierte er erst am vergangenen Donnerstag unter dem Beifall von 500 Gästen, die die Handelskammer von Cobb County zum Frühstück mit dem Kandidaten geladen hatte. Allzu viel Bescheidenheit war noch nie Gingrichs Schwäche. Hier nehmen sie ihm die große Geste dankbar ab: Cobb County im Norden der Millionenmetropole Atlanta, der Hauptstadt des Bundesstaats Georgia, gehört zum Wahlkreis, den Gingrich als Kongressabgeordneter zwei Jahrzehnte lang bis 1998 im Repräsentantenhaus vertreten hatte. Auch wenn er seither in Virginia wohnt: Die Verbindungen sind nicht abgerissen.

Gnadenlos populistische Botschaften

Gingrich weiß, dass Georgia seine letzte Chance ist. "Ich muss hier am Dienstag gewinnen", sagt er ohne Umschweife vor seinen Handelskammerfreunden. Gewinnen muss er nicht nur, weil mit 76 Delegierten hier am Super Tuesday die meisten Stimmen für den Nominierungsparteitag zu holen sind. Sondern weil er sich eine weitere Niederlage nicht mehr leisten kann.

In den Umfragen sieht es gut aus für ihn. Gut zehn Prozent liegt er vor seinen beiden Konkurrenten. Doch das ist der einzige Lichtblick. In Ohio, dem so wichtigen Bundesstaat, machen die beiden anderen die Entscheidung ohne ihn aus. In Tennessee, dem nicht minder konservativen Nachbarstaat von Georgia, liegt Santorum vorn, genauso in Oklahoma. Dabei hatte Gingrich nach seinem Sieg in South Carolina auf den Super Tuesday und einen Erfolg in den alten Südstaaten gehofft. Davon ist nur noch Georgia übrig.

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