Reproduktionsmedizin:Schöne neue Familienwelt

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Könnte künftig auch im Labor geschaffen werden: eine menschliche Eizelle. (Foto: mauritius images)

Nachwuchs bis ins Alter, homosexuelle Paare mit gemeinsamen leiblichen Kindern, Vater und Mutter in einer Person - die Rolle von Eltern könnte sich künftig grundlegend ändern.

Von Marlene Weiss

Nichts ist unmöglich. Für die Reproduktionsmedizin scheint dieser Slogan längst Realität geworden zu sein, man muss nur die Nachrichten der vergangenen Monate durchgehen. Ein Baby mit drei Eltern? In Mexiko ist es zur Welt gekommen. Für die Zeugung des Kindes haben Mediziner wegen einer Erberkrankung der Mutter nicht nur deren, sondern auch die Eizelle einer weiteren Frau und eine Samenzelle verwendet. Es ist ebenfalls kein Problem mehr, einen Embryo volle zwei Wochen lang außerhalb der Gebärmutter heranwachsen zu lassen, ehe er der Mutter eingesetzt wird. Und nun, Anfang dieser Woche, die Sensationsmeldung aus Japan: Wissenschaftlern dort ist es gelungen, aus Körperzellen von Mäusen sogenannte iPS-Zellen, also eine Art Stammzellen, und aus diesen reife Eizellen zu erzeugen. Mäuse-Leihmütter, denen die befruchteten künstlichen Eizellen eingepflanzt wurden, brachten gesunde Mausjunge zur Welt. Seither ist weltweit eine Grundsatzdebatte entbrannt: Was macht Familie überhaupt noch aus? Und was ist erlaubt in einer Welt, die medizinisch eine Grenze nach der anderen durchbricht.

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