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Religion:Gauck vermisst Lebensfreude

Aus Sicht von Altbundespräsident Joachim Gauck ist die Gesellschaft mit ihrer abnehmenden religiösen Bindung nicht menschlicher geworden. "Die Menschen sind mehr und mehr stolz darauf, dass sie dieser religiösen Bindung nicht mehr bedürfen", sagte der frühere evangelische Pfarrer der Welt am Sonntag. Aus diesem Stolz heraus sei aber nicht mehr Lebensfreude entstanden, eher ein hektisches Suchen nach schnellem Glück. In der Corona-Pandemie erwarteten viele "eine tröstende Antwort aus dem religiösen Bereich, die Theologen aber in einer traditionellen Form so nicht mehr verantworten mögen". Dahinter stecke das uralte Problem der Verteidigung von Gott vor dem Vorwurf, dass das Böse in der Welt existiere. So bleibe "ein Unerlöstsein und Unerklärtsein". Religionen versuchten das Leiden daran zu mindern.

© SZ vom 21.12.2020 / kna
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