Rekordergebnis CDU-Kreisverband nominiert Schavan als Bundestagskandidatin

Mit einem überwältigenden Ergebnis von 96 Prozent der Stimmen ist Annette Schavan in Ulm zur Bundestagskandidatin nominiert worden. Es war eine wichtige Wahl für die gegen Plagiatsvorwürfe ankämpfende Bildungsministerin.

Trotz des Verfahrens zur Aberkennung ihres Doktortitels hat ihr CDU-Kreisverband Bundesbildungsministerin Annette Schavan als seine Kandidatin für die Bundestagswahl aufgestellt. Bei der Nominierungsversammlung des Kreisverbands Alb-Donau/Ulm stimmten am Freitagabend 96 Prozent der Delegierten für Schavan. Das waren 294 der gültigen 307 Stimmen. Zehn Teilnehmer hätten gegen eine Kandidatur der Ministerin gestimmt, drei hätten sich enthalten. Gegenkandidaten hatte es keine gegeben. Schavan sitzt seit 2005 für ihren Kreisverband im Bundestag.

Die Ministerin hatte zuvor in einer 30-minütigen Rede um das Vertrauen ihres Wahlkreises gebeten. "Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht", sagte sie vor der Nominierung. Schavan bedankte sich für die "überwältigende Unterstützung" nach den Plagiatsvorwürfen in den vergangenen Wochen und Monaten.

"Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind froh, dass wir sie als Abgeordnete haben", sagte die Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin in Baden-Württemberg, Monika Stolz. Der große Zuspruch hänge aber auch mit der Plagiatsaffäre zusammen. "Ich glaube, die Mitglieder spüren, dass hier etwas abläuft, was nicht in Ordnung ist."

Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, dass sich Schavan bisher integer für ihren Wahlkreis eingesetzt habe und er sich sicher sei, dass sie auch integer in ihrer Doktorarbeit gewesen sei. "Wir wünschen Dir weiterhin Standhaftigkeit und Kraft", sagte Czisch.

Schavan wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 falsch zitiert und Quellen nicht genannt zu haben. In der Plagiatsaffäre setze sie auf ein faires Verfahren der Universität Düsseldorf, sagte die 57-Jährige. Dorthin habe sie zu ihrer Verteidigung bereits eine schriftliche Erklärung geschickt. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet.