Süddeutsche Zeitung

Reisewarnung:Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Iran

Für deutsche Staatsangehörige bestehe "die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden", heißt es als Begründung.

Die deutsche Regierung warnt nun offiziell vor Reisen nach Iran. Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Freitag die entsprechende Warnung, in der es heißt, es bestehe für deutsche Staatsangehörige "die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden".

Besonders gefährdet seien Personen, die sowohl die deutsche als auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, ebenso Individualreisende, die etwa mit einem Motorrad oder Camper unterwegs sind. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es in jüngster Vergangenheit zu einer Vielzahl willkürlicher Verhaftungen ausländischer Staatsangehöriger in Iran gekommen sei. Dies passiere etwa im Umfeld von Demonstrationen auch Unbeteiligten. Das Auswärtige Amt rät deshalb, Demonstrationen und Menschenansammlungen großräumig zu meiden.

In Iran kommt es seit dem 18. September in vielen Städten im ganzen Land immer wieder zu Demonstrationen, bei denen die Sicherheitskräften brutal vorgehen, es gibt immer wieder Tote und Verletzte. Die Proteste waren ausgelöst worden durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Sie war von der Sittenpolizei verhaftet worden, weil sie ihre Haare nicht wie vorgeschrieben bedeckt haben soll.

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SZ/SZ/jael
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