Nur Nixon konnte nach China gehen

Welches Zeichen Richard Nixon am Ende seiner zweiten Amtszeit gesetzt hätte - die Welt wird es nie erfahren, denn der Republikaner räumte wegen der Watergate-Affäre vorzeitig das Oval Office. Eindrücklich wirkte dafür eine Reise kurz vor seiner Wiederwahl - dafür wusste Nixon zu sorgen. Als erster US-Präsident überhaupt reiste er 1972 in die 1949 gegründete Volksrepublik China und traf dort mit dem "Großen Vorsitzenden" Mao Zedong zusammen. Die mediale Begleitung des Ereignisses hatten er und sein Stab gut geplant.

Dass gerade ein entschiedener Antikommunist diesen Schritt zur Verbesserung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem kommunistischen Land unternahm, führte übrigens zu dem geflügelten Wort "Only Nixon could go to China" (Nur Nixon konnte nach China gehen). Die Redewendung fand später sogar Eingang in die Populärkultur: Als "altes vulkanisches Sprichwort" wird sie im Star-Trek-Film "The Undiscovered Country" von Mr. Spock zitiert (hier bei Youtube). Als Friedensstifter inszenierte sich Nixon übrigens 1972 auch noch mit seinem Staatsbesuch beim sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew in Moskau.

Bild: dpa 26. Mai 2016, 12:372016-05-26 12:37:23 © SZ.de/mcs