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Reisen in Zeiten der Pandemie:So bereiten sich Länder auf den Sommerurlaub vor

Spain's Phased Exit From Coronavirus Lockdown Varies By Region

Playa de Levante in Spanien. Bald sollen auch hier wieder internationale Gäste baden dürfen.

(Foto: David Ramos/Getty Images)

In den beliebtesten Ferienländern wird intensiv daran gearbeitet, Urlaub auch für Ausländer möglich zu machen. Wann sind wo wieder Reisen möglich? Ein Überblick.

In Europa werden die Grenzen auch für Touristen wieder geöffnet. Das Bundeskabinett beschloss am 3. Juni grundsätzlich, die momentan noch geltende weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein aufzuheben und durch Reisehinweise zu ersetzen. Voraussetzung sei, dass es keine Einreiseverbote und großflächigen Ausgangssperren mehr gebe. Für Norwegen und Spanien tritt die neue Reisefreiheit daher erst mit Verzögerung in Kraft.

Fernreisen dagegen liegen tatsächlich noch in der Ferne. Außenminister Heiko Maas rät den Deutschen zudem, vorsichtig und realistisch zu bleiben. Es komme nun "auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an". Der Urlaub 2020 werde "wenig zu tun haben mit dem Urlaub, den man kennt" - denn überall in Europa gebe es Beschränkungen und Auflagen, "an den Stränden, in den Restaurants, in den Innenstädten". Eine Rückholaktion wie im März werde es nicht noch einmal geben.

Hier ein Überblick, wie man sich im Ausland auf den Neustart des Tourismus vorbereitet.

Österreich

Mit großer Erleichterung wurden in Österreich die Lockerungen an der deutsch-österreichischen Grenze registriert. Bilden die deutschen Gäste mit rund 57 Millionen Übernachtungen pro Jahr doch das Rückgrat der Tourismusindustrie. Nachdem Gaststätten, Outdoor-Zoos und Museen schon seit 15. Mai wieder öffnen durften, konnten ab 29. Mai auch Schutzhütten, Hotels samt Wellnessbereichen, Bergbahnen und Sehenswürdigkeiten in Betrieb gehen - wenn auch unter Auflagen. So ist etwa außerhalb der eigenen Gästegruppe weiterhin auf einen Abstand von einem Meter zu achten; für Hotelmitarbeiter mit Kundenkontakt ist ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend. Ansonsten sind die Einschränkungen in den Hotels gering, innerhalb einer Gästegruppe wird kein Sicherheitsabstand gefordert, auch Buffets und der Besuch des hoteleigenen Wellnessbereichs sollen möglich sein.

Am 4. Juni stellt Österreich die Reisefreiheit wieder vollständig her: Dann werden alle Grenz- und Gesundheitskontrollen zu den Nachbarländern mit Ausnahme zu Italien aufgehoben. Für die Länder Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn werde es dann keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich mehr geben, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am 3. Juni. Eine Öffnung zu Italien werde es geben, "wenn die Zahlen es zulassen". Der Transit durch Österreich Richtung Italien ist erlaubt, allerdings nur ohne Zwischenstopp.

Italien

Italien wiederum hat am 3. Juni seine Grenzen für EU-Bürger geöffnet. An den Stränden der Adria tüftelt man seit Wochen an coronatauglichen Konzepten. Die Region Emilia-Romagna, zu der Badeorte wie Rimini und Cattolica gehören, hat die Strände geöffnet, auch Strandbäder dürfen den Betrieb aufnehmen. Hotels und Campingplätze sind offen, ebenso Museen, Restaurants und, wichtig: Eisdielen. Die Betreiber der Strandbäder müssen Schirme und Liegen in einem größeren Abstand aufstellen: Pro Sonnenschirm sind zwölf Quadratmeter Fläche vorgeschrieben. Zwischen den Reihen muss ein Mindestabstand von drei Metern eingehalten werden. "Stewards" sollen Gäste zu ihrem Schirm begleiten. Pizza wird man - mit Abstand - im Strandrestaurant essen können. Oder man lässt sie sich an die Liege bringen. Toiletten und Kabinen müssen nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert werden - das dürfte eine der größten Herausforderungen für die Betreiber sein. Eine Reportage von der Adria lesen Sie hier mit SZ Plus. Seit 1. Juni stehen auch einige der größten Touristenmagneten des Landes wieder offen - wie das Kolosseum und die Vatikanischen Museen in Rom.

Spanien

Die Spanier tasten sich gerade in die Freiheit zurück: Hotels haben in einigen Regionen wieder geöffnet. Doch eine unbegrenzte Reisefreiheit im Land gibt es selbst für Spanier noch nicht. Bis zum Ende des Notstands, der noch bis 21. Juni gilt, dürfen sie ihre jeweilige Provinz nicht verlassen. Vom Tourismus besonders abhängige Regionen wie die Balearen und die Kanaren, ebenso wie Reiseunternehmen und Airlines, drängen seit Wochen auf eine zeitnahe Öffnung. Bundesaußenminister Maas erklärte am 3. Juni, er erwarte für Spanien eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni. Unmittelbar danach würde dann auch für dieses Urlaubsland Nummer eins der Deutschen die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufgehoben. Ebenfalls am 3. Juni sagte ein Sprecher des spanischen Tourismus-Ministeriums, man arbeite daran, ab dem 22. Juni mit einer schrittweisen Öffnung beginnen zu können. Lange hatte die Regierung in Madrid den 1. Juli als Termin für eine Öffnung der Grenzen für Reisende genannt.

Portugal

Das Land am Atlantik hatte bisher viel weniger unter der Pandemie zu leiden als der große Nachbar Spanien, was Infektionen und Todesfälle betrifft. Nach dem Erfolg des frühen und strengen Lockdowns lief Ende April ein Drei-Phasen-Plan zu Lockerungen an. Seit dem 18. Mai dürfen die Portugiesen unter anderem wieder Restaurants, Cafés und Kneipen besuchen, seit 1. Juni Kinos, Theater und Einkaufszentren unter Auflagen. Das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist stark vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht - die Rettung der Sommersaison ist also ein wichtiges Thema, für das bislang aber ein konkreter Plan fehlt. Der Branchenverband AHP teilte zuletzt mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder in Betrieb sein könnten. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem Hygiene-Siegel unter dem Motto "Clean & Safe" Vertrauen aufbauen und einen ausführlichen Führer für die Algarve veröffentlichen. Für die bei Gästen besonders beliebte Südküste stellt das dortige Tourismusbüro sogar in Aussicht, dass schon Anfang Juli alle Unterkünfte wieder offenstehen. Genaue Daten, wann man ausländische Gäste wieder begrüßen möchte, hat die Regierung in Lissabon bislang jedoch nicht genannt.

Schweiz

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In der Schweiz, wo es zuletzt kaum noch Neuinfektionen gab, sind die Hotels geöffnet, auch Wellnessbereiche sind erlaubt. In den Restaurants gilt die Abstandsregel von zwei Metern zwischen den Tischen. Vier Erwachsene mit ihren Kindern dürfen an einem Tisch sitzen. Im öffentlichen Raum dürfen sich bis zu fünf Personen treffen. Bahn und Busse verkehren im regulären Takt. Schutzmasken sind darin nicht vorgeschrieben, werden aber empfohlen, falls man nicht zwei Meter Abstand halten kann. Die Berg- und Seilbahnen dürfen ab 6. Juni wieder öffnen, ebenso , Campingplätze, Kinos, Theater und Schwimmbäder, sofern sie ein Schutzkonzept vorlegen. Die Grenzen zwischen der Schweiz und Deutschland, Österreich und Frankreich sollen am 15. Juni wieder öffnen, spätestens am 6. Juli auch Richtung Italien. Beschränkungen der Bewegungsfreiheit im Land gibt es nicht.

Frankreich

Frankreich hat länger als viele andere Länder an Ausgangsbeschränkungen festgehalten. Doch ab 2. Juni dürfen auch die Franzosen wieder im eigenen Land unterwegs sein, bislang war der Bewegungsradius auf 100 Kilometer beschränkt. Zugleich öffnen in weiten Teilen des Landes Restaurants und Cafés, Strände und Museen. Campingplätze und Ferienhäuser dürfen wieder Gäste aufnehmen. Am 15. Juni sollen die Grenzkontrollen aufgehoben werden, dann können auch deutsche Urlauber wieder ins Land. Strengere Regeln gelten zunächst noch im stark von der Pandemie betroffenen Paris. Dort darf in den Restaurants das Essen nur auf der Terrasse serviert werden. Aber immerhin öffnen zur großen Erleichterung der Hauptstadtbewohner die Parks und Gärten wieder.

Griechenland

Seit 18. Mai dürfen sich die Griechen wieder frei innerhalb ihres Landes bewegen und Tavernen, Bars und Badestrände besuchen. Seit 1. Juni dürfen Hotels, die vor der Krise im ganzen Jahr geöffnet hatten, wieder Gäste empfangen, die Saisonhotels sollen am 15. Juni nachziehen. Für Bürger aus 29 Staaten gibt es ebenfalls ab 15. Juni keine Quarantänepflichen mehr, auch Deutschland ist darunter. Flüge aus dem Ausland soll es ab diesem Stichtag wieder geben, zunächst aber nur nach Athen. Die Fähren laufen langsam wieder im Normalbetrieb, die archäologischen Stätten sind geöffnet, die Museen folgen am 15. Juni. Geplant ist, dass am Meer wie am Pool Liegen und Sonnenschirme in einem Abstand von drei bis fünf Metern voneinander entfernt stehen müssen. Diskussionen gibt es darüber, ob die Mahlzeiten als Buffet oder am Tisch serviert werden.

Malta

Noch bis 15. Juni gilt für den Inselstaat ein Einreisestopp, bis Ende Juni darüberhinaus eine 14-tägige Quarantänepflicht. Die Regeln für die Zeit danach, wenn der Tourismus wieder starten soll, sind aber schon formuliert. Hygiene und Abstand lautet auch hier die Devise: Restaurants sollen nach Möglichkeit nur auf der Terrasse servieren, die Strände müssen täglich gereinigt, Sonnenschirme und Liegen desinfiziert und mit mindestens zwei Metern Abstand aufgestellt werden. Der Internationale Flughafen soll am 1. Juli wieder öffnen.

Zypern

19 Staaten stehen auf der Liste der Länder, aus denen ab 20. Juni wieder Touristen einreisen dürfen, auch Deutschland ist dabei. Eine Quarantäne ist dann nicht mehr erforderlich, für Urlauber aus der Schweiz, aus Tschechien, Polen, Rumänien sowie Kroatien und Estland allerdings ein Coronatest. Man werde die Infektionslage in den Herkunftsländern beobachten und die Liste immer wieder entsprechend anpassen, heißt es. Reisende aus Großbritannien, Schweden und Russland beispielsweise dürfen nach wie vor nicht ins Land. Seit 1. Juni sind überwachte Strände, Museen und archäologische Stätten wieder zugänglich, auch die Häfen nehmen den normalen Betrieb wieder auf - allerdings nicht für Kreuzfahrtpassagiere.

Türkei

Am 1. Juni ist der inländische Flugverkehr wieder aufgenommen worden, ab Mitte Juni sollen auch wieder internationale Flüge stattfinden und ausländische Gäste kommen. Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hat sich ein Zertifizierungssystem für Hotels und Ressorts ausgedacht: Tische im Restaurant und Liegestühle am Strand sollen mit größerem Abstand gestellt werden, an den Eingängen soll es Wärmekameras geben. Speisen könnten am Buffet abgepackt angeboten oder direkt am Tisch serviert werden, Zimmer nach dem Gästewechsel speziell gereinigt, gelüftet und mit Ultravioletttechnik überprüft, das Gepäck schon bei der Ankunft systematisch desinfiziert werden. Hinzu kommen Fiebermessungen und Corona-Tests direkt bei der Ankunft am Flughafen sowie Pandemieschulungen für das Personal. Die bislang im Land geltenden Einschränkungen sind ab 1. Juni gelockert: mit wiedereröffneten Cafés und Restaurants, Stränden, Parks und Museen.

Kroatien

Kroatien ist vorgeprescht. Bereits seit Mitte Mai dürfen alle EU-Bürger einreisen, die an der Grenze eine Buchungsbestätigung vorweisen können. Für Bundesbürger ist ebenso wie für die Bewohner von neun weiteren Staaten Ende Mai auch diese Vorschrift gefallen: Sie müssen an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Dazu gibt es ein Formblatt, das vorab heruntergeladen werden kann. "Wir leben vom Tourismus. Es liegt in unserem Interesse, dass möglichst viele Menschen zu uns kommen", sagte der kroatische Präsident Zoran Milanović. Im Land wurden vergleichsweise wenig Covid-19-Fälle registriert. Hotels, Restaurants und Campingplätze sind geöffnet, auch die Strände. Es gilt die Abstandsregel von 1,5 Metern, die Kellner müssen Masken tragen. Auch die Fähren zu den Inseln fahren wieder.

Slowenien

Das kleine Land zwischen Alpen und Adria lässt seit 26. Mai EU-Bürger, die eine Buchungsbestätigung vorweisen, ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen ins Land. Deutsche, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren wollen, können dies laut der deutschen Botschaft bereits, wenn sie durchfahren und in Kroatien einreisen dürfen - also eine Buchungsbestätigung haben. Für den Strandbetrieb an der 46 Kilometer langen slowenischen Küste gelten vorerst Einschränkungen: Schwimmen und Surfen ist erlaubt, nicht aber, sich davor oder danach in die Sonne zu legen. Restaurants und Cafés dürfen seit 18. Mai nicht mehr nur auf ihren Terrassen, sondern auch wieder in Innenräumen bedienen. Hotels mit weniger als 30 Zimmern sind ebenfalls wieder geöffnet. Für größere Anlagen steht die Erlaubnis noch aus.

Niederlande

Abgesehen von der noch geltenden Reisewarnung des Auswärtigen Amts steht Urlaub bei den Nachbarn formell immer weniger im Wege. Grenzkontrollen finden nicht statt, allerdings dürfen im Land maximal zwei Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zusammen im Auto sitzen - und das auch nur mit eineinhalb Metern Abstand. Schon jetzt öffnen Bungalowparks ihre Tore, und es werden auch wieder Ferienwohnungen vermietet. Ab dem 1. Juli sollen alle Campingplätze und Ferienparks wieder normal geöffnet werden, die bisher nur eingeschränkt nutzbar sind. So müssen etwa auf Campingplätzen Duschen und WCs vorerst noch geschlossen bleiben. Die sanitären Einrichtungen werden ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder geöffnet. Für die Freizeitgestaltung gibt es schon seit 1. Juni wieder mehr Möglichkeiten, Museen dürfen dann Besucher empfangen - vorausgesetzt, diese melden sich vorher online an. Auch Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten, ab Juli sind voraussichtlich bis zu 100 Gäste erlaubt.

Belgien

Belgien kontrolliert nach wie vor seine Grenzen. Alle nicht zwingend notwendigen Einreisen in das Land sind verboten, gleiches gilt für Reisen ins Ausland. Die Maßnahmen waren im März bis zum 8. Juni angekündigt worden. Gelockert werden sollen sie nur in Absprache mit dem jeweiligen Nachbarland und, wenn die Infektionszahlen auf beiden Seiten der Grenze vergleichbar sind.

Dänemark

Seit dem 14. März dürfen Touristen nicht mehr ins Land. Deutschland zeigte sich seit Mitte Mai bereit, die Kontrollen an der Grenze zu beenden, das Einverständnis aus Kopenhagen ließ aber zunächst auf sich warten. Nun will Dänemark ab dem 15. Juni die Grenzen wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen öffnen, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am 29. Mai bekanntgab. Voraussetzung sei, dass die Gäste mindestens sechs Nächte in einer Unterkunft außerhalb Kopenhagens gebucht haben. Bereits seit einiger Zeit einreisen dürfen Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark haben, sowie Großeltern, die zu ihren Enkeln wollen - und auch internationale Paare sehen sich in Dänemark mittlerweile wieder. Die Dänen selbst dürfen in allen Arten von Läden einkaufen und Lokale besuchen (wie überall unter Auflagen), Theater und Museen sollen im Juni nachziehen.

Schweden

Von den Dänen hängt also ab, wie einfach die Anreise nach Schweden in diesem Sommer sein wird - sonst führt mit dem Auto nur ein Weg an Dänemark vorbei: übers Wasser. Eine Alternative ist die Anreise per Fähre etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde aus. Flüge aus Deutschland in Richtung Stockholm oder Göteborg gibt es momentan kaum und wenn, dann lediglich aus Frankfurt. Zwar besteht in Schweden bis vorläufig zum 15. Juni ein Einreiseverbot - dies gilt jedoch nicht für Länder der EU und der Europäischen Freihandelszone. Für die Schweden selbst gilt eine Reisewarnung der Regierung allerdings bis 15. Juli - die Läden, Cafés und Restaurants im Land blieben aber normal geöffnet; die Regierung setzte mehr auf den "gesunden Menschenverstand" der Bürger. Der Sonderweg, den Schweden damit geht, ist umstritten.

Norwegen

Auf Norwegen müssen deutsche Skandinavienfans wohl noch länger verzichten. Außenministerin Ine Eriksen Søreide stimmte bei einer Pressekonferenz Mitte Mai darauf ein, dass Urlauber womöglich erst ab 20. August wieder einreisen dürfen, sofern sie nicht aus benachbarten nordischen Staaten stammen. Für die Nachbarn - und nur für diese - ist eine Grenzöffnung zu touristischen Zwecken schon Mitte Juni in der Diskussion, bis 20. Juli soll dann der Umgang mit anderen Europäern neu bewertet werden. Entsprechend kündigte Außenminister Maas am 3. Juni auch eine verzögerte Aufhebung der Reisewarnung für Norwegen an.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik plant, ihre Beschränkungen für internationale Reisende zum 15. Juni zu lockern. Noch muss aber jeder für zwei Wochen in Quarantäne, der nach Island kommt. Dazu will die Regierung eine Alternative anbieten: Urlaubern soll bald bei der Ankunft statt Quarantäne auch die Möglichkeit gegeben werden, sich sofort auf das Coronavirus testen zu lassen. Geplant ist zudem, dass Touristen eine Tracing-App herunterladen und gebrauchen müssen, mit der Infektionsketten besser verfolgt werden können.

Großbritannien

Weder die Städtereise nach London noch der Roadtrip durch Cornwall sind in absehbarer Zeit eine Urlaubsoption: Die britische Regierung will ab 8. Juni alle Einreisenden zu einer zweiwöchigen Quarantäne verpflichten, die Bundesregierung rät dementsprechend weiter von Reisen in das Land ab. Wer sich nicht an die Selbstisolation hält, muss mit 1000 Pfund Bußgeld rechnen. England, Schottland, Wales und Nordirland haben außerdem eigene Restriktionen im Kampf gegen das Coronavirus verhängt. So sind in England alle Restaurants und Hotels geschlossen, es dürfen aber Tagesausflüge - etwa an die Küste und in Nationalparks - gemacht werden.

Tschechien

Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland. Das beschloss das Kabinett am 1. Juni in Prag, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech bekanntgab. Grundlage ist ein neues Ampel-Modell, das Länder nach Risikogruppen einteilt. Grünes Licht bekommen neben Deutschland und allen anderen Nachbarstaaten Tschechiens unter anderem auch die Schweiz und Kroatien. Damit entfallen auch die bisherigen Einschränkungen für grenzüberschreitende Berufspendler. Die Prager Altstadt ist derzeit noch fast menschenleer. In einigen Hostels und Hotels finden Obdachlose eine vorübergehende Bleibe. Wenn die Grenzen wieder öffnen, treffen Reisende auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Polen

Die Regierung in Warschau will bis 12. Juni an den Grenzkontrollen festhalten. Für Gäste aus dem Inland haben in mehreren Schritten bereits Hotels und Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés wieder geöffnet. Dort ist ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen Pflicht. Köche und Kellner sind verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Bulgarien

Das ärmste EU-Land bereitet sich für eine Sommersaison am Schwarzen Meer unter Corona-Auflagen vor: An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen; Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sollen zum neuen Standard gehören, das Hotel-Buffet zur Vergangenheit. Für ausländische Touristen soll die Sommersaison im Juni oder spätestens am 1. Juli beginnen. Allerdings hängt Bulgariens Fremdenverkehr stark von Auslandsflügen ab, über die es noch keine Klarheit gibt - zudem fehlen EU-Regeln für die Ein- und Ausreise von Touristen. Stattdessen gilt laut der Deutschen Botschaft in Sofia weiterhin die generelle Einreisesperre für Deutsche - obwohl der nationale Ausnahmezustand Mitte Mai für beendet erklärt wurde. Museen, Galerien und auch Konzerte dürfen unter Auflagen wieder besucht werden, ebenso Nationalparks.

Rumänien

Auch hier werden die Schwarzmeer-Strände wieder geöffnet. Es sind aber Mindestabstände von zwei Metern zwischen Liegestühlen, Sonnenschirmen und Café-Tischen vorgeschrieben. Zudem dürfen die Rumänen seit 1. Juni wieder frei innerhalb des eigenen Landes reisen. Der Betrieb von Gaststätten unter freiem Himmel wird wieder erlaubt, Open-Air-Veranstaltungen dürfen bis zu 500 Teilnehmer haben. Nach Angaben der rumänischen Grenzpolizei dürfen Ausländer aber weiterhin nur als Transit-Touristen oder aus nachgewiesenen triftigen beruflichen Gründen einreisen.

Ägypten

Es ist weiterhin unklar, wann an beliebten Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels sind inzwischen für einheimische Urlauber geöffnet; bis 1. Juni durften 25 Prozent der Gästebetten belegt sein, seither 50 Prozent. Die Hotels müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck bei Ankunft und Abreise desinfizieren; sie dürfen weder ein Buffet aufstellen noch Wasserpfeifen reichen.

Wenn die Grenzen wieder öffnen, soll auch an Flughäfen sichergestellt werden, dass Reisende einen Mindestabstand zueinander einhalten können. Experten schätzen, dass der ägyptischen Tourismusbranche wegen der Pandemie pro Monat Einnahmen von einer Milliarde US-Dollar entgehen. Noch warnt das Auswärtige Amt aber: Wer derzeit als Reisender in Ägypten positiv auf Covid-19 getestet werde, könne zur Zwangsquarantäne in einem staatlichen Krankenhaus landen, das "deutlich unterhalb der deutschen Standards liegt".

© SZ/mai/haag/sfi/ave/dop/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/aner
Haus hinter Dünen der Ostsee bei Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland/Darß

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