Anklage gegen die Superreichen:Bastionen der Ungleichheit

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„Superreiche zur Kasse“: Demo in München im Jahr 2021 für die Wiedereinführung der Vermögensteuer. (Foto: Robert Haas/Robert Haas)

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge analysiert scharf, warum sich in der Republik die Schere zwischen Reichen und Armen immer weiter öffnete. Ein Rezept dagegen hat er aber auch nicht.

Rezension von Rudolf Walther

Es ist mittlerweile ein Gemeinplatz geworden, dass sich unter den herrschenden sozialen und politischen Verhältnissen, also Produktions- und Verteilungsverhältnissen, das Gefälle zwischen Reichtum und Armut in der Gesellschaft erheblich vergrößert. Übrigens auch dank des geltenden Erb- und Schenkungsrechts, das dieses Gefälle über Generationen hinweg sichert und auf die Dauer als natürlich gewachsenes erscheinen lässt. Zu den Erbschaften der Bundesrepublik gehört nicht zuletzt, dass sich die unter dem Nationalsozialismus und zum Teil schon unter feudalen Herrschaftsverhältnissen erworbenen oder vererbten großen Vermögen bis heute als quasi-familiäre Mitgift von Supervermögenden in einer dünnen Schicht von privilegierten Reichen erhalten haben und weiterhin vermehren. Der Armutsforscher und Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge macht in seiner neuen Analyse „Umverteilung des Reichtums“ die Herkunft und Virulenz sozialer Ungleichheit mit umfassenden Belegen aus der einschlägigen Literatur einsichtig und stützt so seine subtile Argumentation – wie in allen seinen Büchern. Nicht zuletzt diese Expertise und klare Haltung hat ihm 2017 die erfolglose Kandidatur fürs Amt des Bundespräsidenten auf dem Ticket der Linkspartei eingetragen.

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