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Regierungskrise in Athen:Pikrammenos ernennt griechische Übergangsregierung

Die griechische Übergangsregierung nimmt Gestalt an: Im neuen Kabinett unter Regierungschef Pikrammenos finden sich einige prominente Namen. Die Minister müssen die Neuwahl in einem Monat vorbereiten - die Zukunft des hochverschuldeten Landes hängt davon ab.

Der griechische Übergangsregierungschef Panagiotis Pikrammenos stellt heute sein Kabinett vor. Finanzminister des hochverschuldeten Landes wird der Wirtschaftsexperte Giorgios Zanias, hieß es in einer am Donnerstagmorgen in Athen veröffentlichten Erklärung. Er ist ein ein ranghoher Beamter im Finanzministerium und Volkswirtschaftsprofessor an der Universität in Athen.

Außenminister wird der 83-jährige Petros Moliviatis, der Diplomat hatte dieses Amt bereits von 2004 bis 2006 inne. Neuer Verteidigungsminister wird der ehemalige Generalstabschef Frangos Frangoulis.

Das aus 16 Ministern bestehende Kabinett soll noch am Donnerstagmorgen seinen Amtseid leisten. Anschließend kommt das am 6. Mai neugewählte Parlament zusammen. Es gilt als wahrscheinlich, dass es sich umgehend auflöst. So soll der Weg zu Neuwahlen endgültig frei gemacht werden, nachdem zuvor in mehreren Anläufen eine Regierungsbildung gescheitert war.

Die Neuwahl wurde nötig, nachdem es den Chefs der drei stärksten Parteien - der konservativen Neuen Demokratie (ND), der Radikalen Linksallianz Syriza und den Sozialisten (PASOK) - in neun Tagen nicht gelungen war, eine Koalition mit einer tragfähigen Parlamentsmehrheit zu bilden. Die Linksallianz lehnt die EU-Sparauflagen ab, den Konservativen und Sozialisten fehlen zwei Sitze zu einer Parlamentsmehrheit. Die Wahl am 6. Mai hatte links- und rechtsextreme Kräfte gestärkt.

Die Neuwahlen, die nun am 17. Juni stattfinden, soll Pikrammenos mit seiner Regierung vorbereiten. Der oberste Verwaltungsrichter war bereits am Mittwoch als Regierungschef vereidigt worden. Die zweite Parlamentswahl innerhalb von sechs Wochen dürfte auch darüber entscheiden, ob Griechenland in der Eurozone bleiben wird. Falls die radikalen Parteien bei der Neuwahl weiter zulegen, droht dem Land ein Stopp der internationalen Hilfen und damit auch der Staatsbankrott. Im Raum steht zudem der Austritt aus der Eurozone.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/infu
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