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Regierung - Neu Kaliß:100-Millionen-Programm zum Elbe-Hochwasserschutz angekündigt

Schwerin/Neu Kaliß (dpa/mv) - Auch in Zeiten anhaltender Trockenheit behält die Landesregierung den Hochwasserschutz an den Flüssen Mecklenburg-Vorpommerns im Blick. "Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe, auch wenn es gegenwärtig wegen der niedrigen Wasserstände etwas anders aussieht", betonte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag anlässlich einer Informationsveranstaltung in Neu Kaliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Dabei stellte der Minister das Konzept des Landes für den Hochwasserschutz an der Elbe und in deren Rückstaubereichen vor.

Ereignisse wie in den Jahren 2002 und 2013, als starke Regenfälle die Elbe massiv anschwellen ließen, könnten sich jederzeit wiederholen und im Zuge des Klimawandels wachse die Gefahr noch, dass es im Sommer häufiger zu Starkregen komme. Darauf müsse sich ganz Deutschland vorbereiten. "Ich bin daher froh, dass es uns gelungen ist, das Nationale Hochwasserschutzprogramm auf den Weg zu bringen, mit dessen Hilfe auch an der Elbe Maßnahmen wie Deichrückverlegungen und der Bau von Flutpoldern umgesetzt werden", erklärte Backhaus. Die Umsetzung werde jedoch noch geraume Zeit dauern, weshalb Mecklenburg-Vorpommern parallel sein eigenes Hochwasserschutzsystem an die aktuellen Erfordernisse anpasse und Vorbereitungen für höhere Wasserstände als bisher treffe.

Für die erforderlichen Maßnahmen würden Kosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt, laut Backhaus so viel, wie Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen 30 Jahren für den Hochwasserschutz an der Elbe bereits investiert habe. "Bei zu schützenden Werten in Höhe von rund 500 Millionen Euro ist dies aber durchaus vertretbar", so Backhaus. Als erstes werde die Rückverlegung des Hafendeiches in Boizenburg in Angriff genommen. Damit würden an der Elbe wieder 74 Hektar mehr als Überflutungsgebiet bereitstehen. Um den Wasserabfluss nicht zu behindern, seien aber auch Eingriffe in die Vegetation nötig. "Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass wir uns mit allen Maßnahmen in einem sehr sensiblen Naturraum, dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, bewegen", deutete der Minister mögliche Konflikte mit Naturschützern an.