Regierung:Kapitol-Attacke: Videoaufnahmen sollen veröffentlicht werden

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Trump-Anhänger stürmen am 6. Januar 2021 das US-Kapitol. Foto: Essdras M. Suarez/ZUMA Wire/dpa (Foto: dpa)

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Washington (dpa) - Der neue Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hat angekündigt, Tausende Stunden von Videoüberwachungsaufnahmen der Kapitol-Attacke zu veröffentlichen. "Um das Vertrauen der Amerikaner in ihre Regierung wiederherzustellen, müssen wir Transparenz schaffen", teilte er mit.

Die Entscheidung werde Millionen von Amerikanern, Anwälten, Organisationen des öffentlichen Interesses und Medien die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild davon zu machen, was an diesem Tag geschehen sei, so der Republikaner. Das Material soll schrittweise auf der Webseite eines Ausschusses der Parlamentskammer veröffentlich werden. Die Gesichter von Privatpersonen sollen unkenntlich gemacht werden.

Fünf Menschen sterben

Mit dem Schritt löst Johnson Berichten zufolge ein Versprechen ein, dass er den Ultrarechten in seiner Fraktion vor der Wahl für den Chefposten gegeben hatte. Diese behaupten immer wieder fälschlich, die gewalttätige Attacke sei eine friedliche Demonstration gewesen.

Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl formal zu bestätigen. Trump hatte seine Anhänger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fünf Menschen ums Leben.

Um die Überwachungsaufnahmen hatte es bereits in der Vergangenheit Streit gegeben. Johnsons Vorgänger auf dem Chefposten im Kongress, Kevin McCarthy, hatte Aufnahmen exklusiv an den damaligen Talkmaster beim Sender Fox News, Tucker Carlson, gegeben. Der rechte Talkmaster zeigte einige ausgewählte Bilder und kommentierte diese ganz im Sinne Trumps. Carlson ist für die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt, vor einigen Monaten wurde er von Fox News gefeuert. Der Chef der Kapitol-Polizei, Tom Manger, nannte Carlsons Zusammenschnitt des Videomaterials damals irreführend.

© dpa-infocom, dpa:231117-99-990365/2

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