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Regierung - Kaiserslautern:Schöbel: Künstliche Intelligenz ist nichts Mystisches

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Anita Schöbel lächelt in die Kamera. Foto: Fraunhofer ITWM/dpa (Foto: dpa)

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Kaiserslautern (dpa/lrs) - Mit Künstlicher Intelligenz (KI) Kosten sparen und die Lebensqualität erhöhen - das sind zwei mögliche Bereiche, bei denen Anita Schöbel künftig helfen soll. Die Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern ist von der Landesregierung vor kurzem zur ersten Lotsin für KI in Rheinland-Pfalz ernannt worden. "Meine Aufgabe besteht darin, Künstliche Intelligenz von der Universität in die Praxis zu transferieren, also möglichst vielen Fächern und Anwendungen zugänglich zu machen", sagt Schöbel.

Vor Künstlicher Intelligenz müsse sich niemand fürchten. "Methoden der KI sind eigentlich ganz normale Algorithmen, die spezielle Probleme lösen. Also nichts Mystisches", meint die Mathematikprofessorin augenzwinkernd. Schöbel schätzt an der Welt der Zahlen, dass alles logisch und klar strukturiert sei. "Und dabei noch anwendbar! Schon während meines Studiums habe ich mich damit beschäftigt, Mathematik für echte Probleme einzusetzen", erzählt sie und nennt als Beispiel die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.

Als Expertin untersuchen Schöbel und die wissenschaftlichen Teams am ITWM auch die Ausbreitung des Coronavirus in verschiedenen Projekten - unter anderem entwickeln sie mathematische Modelle zur Simulation der Ausbreitung. Schöbel ist eine der Autorinnen der Ad-hoc-Stellungnahme zur Pandemie, die jüngst von der Leopoldina herausgegeben wurde.

"Schon seit die Fallzahlen Ende Oktober wieder steigen, plädiere ich mit vielen anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für eine harte, aber hoffentlich kurze Variante des Lockdowns, in dem alle gemeinsam dazu beitragen, dass die Fallzahlen schnell sinken", erklärt sie. Ziel müsse sein, die Zahlen so weit zu senken, dass die Gesundheitsämter wieder Luft haben und Infektionsketten unterbrechen können. "Wenn man diesen Punkt erreicht hat, kann man wieder lockern und mehr Kontakte erlauben - mit den bekannten Hygieneregeln."

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