Die internen Pläne der Bundesregierung zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe sorgen für Wirbel. Diakoniepräsident Rüdiger Schuch etwa forderte das Bundeskabinett am Freitag in Berlin auf, die am Vortag geleakte Sammlung zurückzuziehen. Schuch sprach von einem „Spiel mit dem sozialen Frieden“. Hintergrund ist ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und Kommunen, in dem Vorschläge für Kürzungen im Sozialbereich gesammelt wurden. Der Paritätische Gesamtverband hatte die Vorlage am Donnerstag öffentlich gemacht. Es enthält nach Verbandsangaben mehr als 70 Kürzungsvorschläge mit einem bezifferten Volumen von über 8,6 Milliarden Euro. Das tatsächliche Kürzungsvolumen liege erheblich höher, da knapp zwei Drittel aller Vorschläge nicht mit Zahlen unterlegt seien.