Referendum zur Unabhängigkeit – David Cameron, britischer Premier

Status: In Schottland noch unbeliebter als Windows 8

Haltung: Gegen die Abspaltung

Landverlust macht sich nie gut für einen Regierungschef. Insofern ist der britische Premierminister David Cameron natürlich gegen die Abspaltung der Schotten. Er hat zwar vorsichtshalber schon einmal klar gemacht, dass er nicht zurücktreten wird, wenn das Referendum Erfolg hat. Doch politisch schwer angeknackst wäre er. Parteifreunde werfen ihm hinter vorgehaltener Hand jetzt schon vor, dass er das Referendum überhaupt zugelassen hat. Das Problem: Allzu viel machen kann er gar nicht. Er und seine Torys sind in Schottland höchst unpopulär. Um es in den Worten des Schriftstellers Irvine Welsh, einem Abspaltungs-Befürworter, zu sagen: "Wenn du gegen eine Abspaltung stimmst, könnte (bei der britischen Unterhauswahl, Red.) im kommenden Mai jede einzelne Person in Schottland für Labour stimmen und wir hätten immer noch David Cameron als Premierminister. Das kann nicht richtig sein." Cameron ist deswegen auf die Hilfe der Labour Party angewiesen, die in Schottland traditionell stark ist und dort die Anti-Abspaltungs-Kampagne "Better Together" führt. Auch zwei Tage vor der Abstimmung übte er noch einen sehr ungewöhnlichen Schulterschluss mit Labour und den Liberaldemokraten: In einem Offenen Brief versprachen die Vorsitzenden der Parteien maximale Autonomie, sollten sie gegen die Unabhängigkeit entscheiden.

Bild: REUTERS 17. September 2014, 11:202014-09-17 11:20:36 © Süddeutsche.de/joba