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Rechtspopulisten:Strache und seine rechte Internationale

Pk der AfD NRW zum Kongress 'Europäische Visionen'; Frauke Petry & Heinz-Christian Strache

Frauke Petry und Heinz-Christian Strache: "Wir beschnuppern uns."

(Foto: picture alliance / dpa)
  • FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache trifft am Freitag AfD-Chefin Frauke Petry auf der Zugspitze.
  • Er forciert seit Jahren eine Allianz der Rechten in Europa.
  • Kommende Woche tagt er mit Front-National-Chefin Marine Le Pen und anderen Rechtspolitikern in Wien.

"Wir beschnuppern uns erstmals. Und es riecht gut." Als FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Frauke Petry im Februar in Düsseldorf kennenlernte, schien es zwischen den beiden gleich zu passen. Seither folgten einige Treffen, so war die AfD-Chefin höchstpersönlich in Wien, als Norbert Hofer fast österreichischer Bundespräsident wurde. Nun kommen sie zu einem "Gipfeltreffen" zusammen - im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, in 2962 Metern Höhe, wollen Strache und Petry einen "Blick hinab auf die deutsche und österreichische Politik werfen". Die Zusammenarbeit beider Parteien soll forciert werden, man wolle sich austauschen und Pläne schmieden.

Marine Le Pen kommt nach Wien

Auch wenn der Ort diesmal besonders fototauglich gewählt wurde - die Zusammenarbeit zwischen rechtspopulistischen Parteien in Europa, sie ist nicht neu. Heinz-Christian Strache ist dabei federführend. Seit Jahren bemüht er sich um eine rechte Internationale, trifft Spitzenpolitiker anderer europäischer Länder, forcierte die Bildung einer eigenen Fraktion im Europäischen Parlament. Nach Petry steht kommende Woche schon das nächste große Treffen an: Die französische Front-National-Chefin Marine Le Pen kommt, gemeinsam mit Spitzenpolitikern der italienischen Lega Nord und dem belgischen Vlaams Belang, am Freitag nach Wien. Das schreibt Strache auf seiner Facebook-Seite. Ein "patriotischer Frühling" soll es werden, eine "Kooperation für Frieden, Sicherheit und Wohlstand in Europa".

Le Pen und Strache arbeiten seit geraumer Zeit miteinander, vertreten ähnliche Positionen. Aufwind verschafft ihnen ein kontinuierlicher Wählerzuwachs: Der FPÖ zuletzt bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl, wo ihr Kandidat Hofer im ersten Durchgang siegte und in der Stichwahl schließlich knapp unterlag. Die verstärkte Kooperation zeigte sich besonders in den gegenseitigen Beglückwünschungen. So war die französische Politikerin nach der Bundespräsidentenwahl auf Twitter erfreut: "Meine Glückwünsche an unsere Freunde der FPÖ für dieses wunderbare Resultat, bravo österreichisches Volk." Der niederländische Rechte Geert Wilders gratulierte ebenso - auch er ist ganz vorne in der Allianz dabei.

Zusammenarbeit im Europäischen Parlament und regelmäßige Treffen

Offiziell wurde die Zusammenarbeit der Parteien 2015 durch die Gründung einer eigenen Fraktion im Europaparlament, der "Bewegung für ein Europa der Nationen und der Freiheit". Neben dem Front National, der FPÖ und Wilders Partij voor de Vrijheid, waren auch die Lega Nord oder der Vlaams Belang bei der Realisierung dabei. Die Politiker dieser Parteien sind auch die Hauptakteure, wenn es um internationale Treffen der europäischen Rechtspopulisten geht. Zuletzt war es im Januar in Mailand so weit. Strache, Le Pen und Lega-Nord-Chef Matteo Salvini erklärten damals das Schengen-Abkommen für tot und warnten vor einer "Masseneinwanderung".

Kommende Woche ist nun die österreichische Hauptstadt die Bühne für Straches internationale Rechte - und davor noch schnell die Zugspitze. Wobei - das mit dem Schnuppern, das scheint noch zu gelten. Beim großen Treffen in Wien ist die AfD bisher nicht dabei.

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