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Rechtsextremismus:Razzien gegen "Sturmbrigade"

Verdacht auf Bildung einer kriminellen, rechtsextremen Vereinigung: Die Polizei durchsucht Wohnungen.

Wegen des Verdachtes auf Bildung einer kriminellen, rechtsextremen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft am Dienstag Wohnungen in Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchsuchen lassen. Wie die oberste deutsche Anklagebehörde in Karlsruhe mitteilte, sollen sechs Beschuldigte 2018 innerhalb der Gruppierung "Wolfsbrigade" einen bewaffneten Arm namens "Sturmbrigade" gebildet haben.

Ziel der Gruppe sei das "Wiedererstarken eines freien Vaterlandes" nach dem "germanischen Sittengesetz", hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Es bestehe der Verdacht, dass diese Ziele auch mittels Gewalt durchgesetzt werden sollen. Mit den weiteren Ermittlungen ist das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt beauftragt.

Dort ist die Gruppierung vor allem mit wechselnden Facebookprofilen und am Rande von Demonstrationen in Erscheinung getreten. So im September 2018 in Köthen, als Rechtsextreme den Tod von Markus B. zu instrumentalisieren versuchten, der nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit zwei afghanischen Asylsuchenden verstorben war. Mitglieder der "Wolfsbrigade 44" fielen durch einheitliche Kleidung auf. Das Logo - ein Totenkopf mit gekreuzten Messern - erinnert an SS-Symbolik. Auch Hakenkreuz-Schmierereien in der Stadt werden der Vereinigung zugeschrieben. In Rostock soll die überregional organisierte "Wolfsbrigade 44" 2018 ebenfalls eine örtliche Struktur gebildet haben. Das geht aus kleinen Anfragen der Linken und der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hervor.

Laut einem Sprecher des LKA wurden in Sachsen-Anhalt fünf Objekte in Gardelegen und Köthen durchsucht, dazu drei in Hessen und jeweils eine Wohnung in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Im Mittelpunkt hätten dabei Laptops, Handys und andere Datenträger gestanden, aber auch die Suche nach möglichen Waffen. Festnahmen gab es zunächst keine.