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Rechtsextremismus:MAD-Mitarbeiter suspendiert

Im Fall eines rechtsextremen Soldaten der Elitetruppe KSK, der in seinem privaten Garten ein Waffenlager angelegt haben soll, gerät der Militärische Abschirmdienst (MAD) in Bedrängnis. Ein Mitarbeiter des Bundeswehr-Geheimdienstes, ein Soldat von höherem Rang, soll Dienstgeheimnisse zu diesem Fall an einen befreundeten KSK-Soldaten verraten haben. So soll er Fotos von dem Waffenlager gezeigt haben. Außerdem soll er den KSK-Soldaten gewarnt haben, dass der MAD ihn möglicherweise als Auskunftsperson im Blick habe, vergleichbar einem Zeugen in einem Strafverfahren. "Ein Mitarbeiter hat unberechtigt Informationen aus einer laufenden Verdachtsfallbearbeitung mit einem Angehörigen des KSK geteilt", bestätigte ein Sprecher des MAD. Der Verstoß sei durch interne Sicherungsmaßnahmen des MAD aufgefallen, der Mitarbeiter sei mittlerweile suspendiert worden und habe keinen Zugang mehr zu Räumlichkeiten des Abschirmdienstes. Inwiefern die Ermittlungen dadurch beschädigt wurden, ist unklar. Im Garten von Philipp Sch., einem 45-jährigen KSK-Oberstleutnant, im sächsischen Wermsdorf-Collm waren Ermittler auf eine vergrabene Kiste mit Waffen, Munition und Sprengstoff gestoßen. Sch. sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

© SZ vom 19.06.2020 / Fla, rst

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