Reichsbürger:Auf gemeinsamer Basis

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Die Ermittlungen gehen weiter: Ein Polizist bei einer Razzia gegen mutmaßliche Unterstützer der Reuß-Gruppe Anfang Juni in Baden-Württemberg. (Foto: Thomas Fritsch/dpa)

Die Angeklagten in den Reuß-Prozessen haben sich nicht selten Anwälte gesucht, denen die Ideologie ihrer Mandanten nicht allzu fremd ist.

Von Annette Ramelsberger, Benedikt Warmbrunn

Es sind interessante Begegnungen, die man bei Prozessen gegen Reichsbürger hat. Da stehen Frauen vor der Panzerglasscheibe vor dem Saal des Oberlandesgerichts Frankfurt, sie werfen den Angeklagten Handküsse zu und formen mit den Fingern Herzen. Sie tragen T-Shirts, darauf die Worte „I believe in you“ oder „We stand with you“. Eine trägt einen Anstecker mit der Zahl 1871 am Revers, eine Anspielung darauf, dass sie das Kaiserreich für nicht untergegangen hält. Manche von ihnen ziehen von Prozess zu Prozess, von Stuttgart nach Frankfurt nach München, wie eine Karawane. Denn in diesen drei Städten laufen die Prozesse gegen die Verschwörer rund um Heinrich XIII. Prinz Reuß, denen die Bundesanwaltschaft vorwirft, sie hätten den Bundestag stürmen, die Regierung stürzen und das Land in eine Diktatur verwandeln wollen. Das sehen die Groupies, die an der Glasscheibe zum Verhandlungssaal in Frankfurt kleben, anders. Für sie ist das alles nur ein politischer Prozess, eingefädelt von der Bundesregierung.

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:Auf sein Kommando

Wäre nicht überall Stacheldraht und Polizei, könnte man denken, hier trifft sich eine schrullige Familie. Aber der Gruppe um Prinz Reuß wird vor Gericht vorgeworfen, sie habe den Bundestag stürmen und Politiker erschießen wollen. Ein Blick in den Abgrund.

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