Rostock-Lichtenhagen – Der Hass bricht sich Bahn

Politik und Polizei hätten gewarnt sein können: Wenige Tage vor Beginn der Krawalle hatte ein Anrufer bei einer Rostocker Tageszeitung angekündigt, dass es eine "heiße Nacht" geben werde. Außerdem kursierten Zehntausende Flugblätter mit fremdenfeindlichem Inhalt in Lichtenhagen und Umgebung. Ihr Titel: "Schluss mit dem Asylschwindel". Trotzdem trafen die Behörden keinerlei Vorkehrungen, um die Flüchtlinge zu schützen.

Am Abend des 22. August eskalierte die Situation: Wütende Anwohner versammelten sich vor dem Asylbewerberheim, Steine flogen gegen das Haus, Fenster gingen zu Bruch. Zuschauer johlten und applaudierten. Etwa 300 Randalierer wüteten auf dem Vorplatz des Asylbewerberheims. Gerade einmal 30 Polizisten waren zunächst vor Ort, überfordert und schlecht ausgerüstet.

Bild: picture alliance / ASSOCIATED PR 22. August 2017, 14:162017-08-22 14:16:30 © sueddeutsche.de/jum/joku/gal/odg