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Rechtsextreme Anschläge in Deutschland:Wenn Neonazis zuschlagen

Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, 15 Raubüberfälle: Die Blutspur des NSU zog sich quer durch Deutschland. Die Verbrechen der 2011 aufgeflogenen Terrorzelle sind beispiellos, doch rechtsextreme Übergriffe und Anschläge gab es in Deutschland schon viele.

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Bomben-Attentat auf dem Münchner Oktoberfest, 2005

Quelle: dpa/dpaweb

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Rechtsextreme Anschläge in Deutschland:Bomben-Attentat auf dem Münchner Oktoberfest 1980

Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, 15 Raubüberfälle: Die Blutspur des NSU zog sich quer durch Deutschland. Die Verbrechen der 2011 aufgeflogenen Terrorzelle sind beispiellos, doch rechtsextreme Übergriffe und Anschläge gab es in Deutschland schon viele - auch in München.

München, 26. September 1980: Auf dem Oktoberfest sterben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe, 211 werden verletzt. Als Täter ermitteln die Behörden den Studenten Gundolf Köhler, der unter den Toten war. Obwohl der 21-Jährige rechtsextreme Verbindungen hatte und Zeugen von einem Komplizen berichten, erklärt die Bundesanwaltschaft Köhler zum Einzeltäter. Zweifel daran gibt es bis heute.

GEDENKEN AN DAS ERSTE TODESOPFER RECHTER GEWALT IM OSTEN

Quelle: DPA

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Eberswalde, 25. November 1990: Eine Gruppe von Skinheads tritt in der brandenburgischen Stadt so lange auf den Angolaner Amadeu Antonio ein, bis er sich nicht mehr rührt. Antonio stirbt am 6. Dezember. Im September 1992 verurteilt das Bezirksgericht Frankfurt an der Oder die fünf Haupttäter zu Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren.

Jorge Gomondai

Quelle: Ronny Geißler/CC-by-sa-2.5

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Dresden, 1. April 1991: Der Mosambikaner Jorge Gomondai wird in einer Dresdner Straßenbahn von einer Gruppe Skinheads angegriffen und stürzt aus dem fahrenden Zug. Am 6. April erliegt er seinen Verletzungen. Das Landgericht Dresden verurteilt die drei Täter im Oktober 1993 zu Strafen von bis zu zweieinhalb Jahren.

Erinnern tut in Hoyerswerda immer noch weh

Quelle: dpa

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Hoyerswerda, 17. September 1991: Rechtsradikale greifen in der sächsischen Stadt unter dem Beifall von Anwohnern ein Ausländerwohnheim an. Die Polizei bekommt die Lage nicht in den Griff, stattdessen werden die Ausländer mit Bussen aus der Stadt gebracht.

Brandanschlag auf Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen, 1992

Quelle: DPA

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Rostock-Lichtenhagen, 22. August 1992: Hunderte Gewalttäter greifen mit Steinen, Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern eine Aufnahmestelle für Asylbewerber an. Schaulustige bekunden offen Sympathie für die Angreifer. Die Polizei schafft es nicht, der Lage Herr zu werden.

BRANDANSCHLAG IN MÖLLN

Quelle: DPA

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Mölln, 23. November 1992: Zwei junge Rechtsradikale werfen in der schleswig-holsteinischen Stadt Brandsätze in zwei Häuser türkischer Familien. Eine Frau, 51, und zwei Mädchen im Alter von zehn und 14 Jahren sterben. Die beiden zur Tatzeit 25 und 19 Jahre alten Täter werden im Dezember 1993 zu lebenslanger Haft beziehungsweise zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt.

60 Jahre Bundesrepublik - Brandanschlag Solingen

Quelle: Roland Sdheidemann/dpa

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Solingen, 29. Mai 1993: Vier junge Männer zünden das Haus der türkischen Familie Genc an. Fünf türkische Mädchen und Frauen im Alter zwischen vier und 27 Jahren werden getötet. Im Oktober 1995 werden die damals zwischen 18 und 25 Jahre alten Täter verurteilt: Einer erhält 15 Jahre Haft, die drei anderen je zehn Jahre Jugendstrafe.

HIMMELFAHRT/AUSLÄNDER/

Quelle: picture-alliance / dpa

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Magdeburg, 12. Mai 1994: Rechtsradikale machen regelrecht Hatz auf Ausländer, dabei werden sechs Afrikaner und Türken verletzt. Zwei Monate später verurteilt das Amtsgericht der Stadt drei Rädelsführer zu mehrjährigen Jugendstrafen.

GEDENKSTEIN FÜR DEN ERMORDETEN ALGERIER OMAR BEN NOUI IN GUBEN

Quelle: DPA

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Guben, 13. Februar 1999: Auf der Flucht vor einer Neonazi-Bande tritt der Algerier Omar Ben Noui die Glastür zu einem Wohnhaus der brandenburgischen Stadt ein und zieht sich tödliche Verletzungen an der Hauptschlagader zu. Die an der Hetzjagd beteiligten Männer werden im November zu Strafen bis zu drei Jahren verurteilt.

Prozess gegen Neonazi Martin Wiese in München, 2004

Quelle: REUTERS

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München, September 2003: Vor der Einweihung des neuen jüdischen Zentrums in der bayerischen Landeshaupstadt fliegt eine rechtsextreme Gruppe auf, die einen Anschlag auf den Neubau geplant hatte. Unter ihnen ist auch der bekannte Neonazi Martin Wiese, der vom Bayerischen Obersten Landesgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt wird. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.

© dpa/afis/infu/bavo
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