Berlin Bombendrohungen gegen SPD-Zentrale und LaGeSo

SPD-Chef Sigmarl Gabriel in einem ehemaligen Baumarkt in Heidenau, in dem nun Flüchtlinge untergebracht sind.

(Foto: REUTERS)
  • Das Willy-Brandt-Haus ist heute Nachmittag nach einer telefonischen Bombendrohung vorübergehend geräumt worden.
  • Auch bei der zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber, dem Lageso, geht eine Bombendrohung ein.
  • In der SPD-Zentrale kann die Polizei nichts Verdächtiges finden.
  • Seit Sigmar Gabriels Besuch in Heidenau beklagt die Partei eine Flut von Bedrohungen verbunden mit fremdenfeindlicher Hetze.

SPD-Zentrale nach Bombendrohung geräumt

Die SPD-Zentrale in Berlin ist nach einer offenbar fremdenfeindlich motivierten Anschlagsdrohung kurzzeitig evakuiert worden. Gegen 15 Uhr sei telefonisch eine Bombendrohung eingegangen, erklärte Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin. Sie habe das Haus zum Schutz der Beschäftigten räumen lassen. "Wir gehen damit in aller Ernsthaftigkeit um", sagte sie.

Die Polizei gab Entwarnung. Bei der Durchsuchung des Gebäudes habe die Polizei nichts Verdächtiges gefunden, sagte ein SPD-Sprecher. Das Haus sei nun wieder freigegeben.

Ebenfalls Bombendrohung gegen LaGeSo

Auch bei der zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Berlin ging eine Bombendrohung ein. Gegen 15.20 Uhr habe es einen entsprechenden Anruf im Sekretariat des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) gegeben, teilte die Polizei mit. Auf dem Lageso-Gelände, wo täglich Hunderte Flüchtlinge warten, werde derzeit ein herrenloser Koffer von Kriminaltechnikern der Polizei untersucht. Es gehe um eine "reine Sicherheitsmaßnahme". Das Gebäude wurde geräumt, berichtet der rbb und beruft sich auf einen Polizeisprecher. Einem Bericht der Berliner Morgenpost zufolge schließt die Polizei einen Zusammenhang zwischen beiden Drohungen momentan nicht aus.

SPD klagt über "Flut von fremdenfeindlicher Hetze"

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Seit dem Besuch von SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Asylunterkunft im sächsischen Heidenau am Montag erreiche das Willy-Brandt-Haus "eine Flut von Bedrohungen verbunden mit fremdenfeindlicher Hetze". Fahimi sagte: "Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um einen rein politischen Akt handelt." Die SPD werde aber "keinen Millimeter von ihrer klaren Haltung abweichen".

Reaktion auf Gabriel-Besuch in Heidenau?

Parteichef Gabriel hatte am Montag die Flüchtlingsnotunterkunft im sächsischen Heidenau besucht, vor der es am Wochenende zu Krawallen von Rechtsextremen gekommen war. Er hatte die Ausschreitungen scharf verurteilt und die Akteure als "Pack" bezeichnet.