Reaktionen auf den Anschlag in Barcelona "Feiglinge, die sich falsche höhere Ziele zuschreiben"

Politiker aus aller Welt bekunden ihr Beileid. Besonders schockiert ist man in Nizza, Paris und Teheran - dort haben die Menschen in den vergangen Jahren ebenfalls große Terroranschläge erlebt.

Nach dem Terroranschlag in Barcelona haben die Bürgermeister von Paris und Nizza ihre Solidarität mit der katalanischen Stadt bekundet. Die beiden französischen Städte waren in den vergangenen Jahren selbst von schweren Anschlägen erschüttert worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte am Donnerstagabend auf Twitter mit, Frankreich stehe in Solidarität an Spaniens Seite.

"Trauer und Empörung angesichts des Terrorakts, der gerade in Barcelona geschehen ist", schrieb die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf dem Kurznachrichtendienst. "Barcelona und Paris sind Städte des Teilens, der Liebe und der Toleranz. Diese Werte sind stärker als dieser abscheuliche und feige Terrorismus."

Spaniens Premierminister Mariano Rajoy teilte mit: "Die Terroristen werden niemals ein geeintes Volk besiegen, das die Freiheit im Angesicht der Barbarei liebt. Ganz Spanien ist bei den Opfern und Familien."

Auch das spanische Königshaus bezog Stellung: "Es sind Mörder, schlicht und einfach Kriminelle, und sie werden uns nicht in Angst und Schrecken versetzen. Ganz Spanien ist Barcelona. Die Ramblas werden weiter ein Ort für alle sein."

Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, erklärte seinerseits auf Twitter: "Entsetzen nach der terroristischen Attacke in Barcelona. (...) Unterstützung für die Opfer dieses schändlichen Angriffs." Die Lieferwagen-Attacke in Barcelona weckt Erinnerungen an den Anschlag von Nizza: In der Mittelmeer-Stadt war am 14. Juli 2016 ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast und hatte 86 Menschen getötet. Immer wieder werden Fahrzeuge bei Anschlägen als Waffe eingesetzt.

Die Bürgermeisterin Barcelonas, Ada Colau, twitterte: "Barcelona ist eine Stadt des Friedens. Der Terror wird nichts daran ändern, dass wir eine offene Stadt sind." In einer weiteren Nachricht kondolierte sie Angehörigen und Freunden.

Facebook hat nach dem Anschlag seinen Sicherheitscheck aktiviert. Dort können sich Menschen im Gefahrengebiet als sicher markieren und so ihre Freunde und Verwandten benachrichtigen. Außerdem haben Menschen über diese Funktion die Möglichkeit, anderen ihre Hilfe anbieten. Mehr als 2000 Menschen luden Fremde in Not zu sich ein: eine sichere Unterkunft, ein Glas Wasser oder nur mal eine Toilette. Denn neben der Terrorgefahr mussten die Menschen im Stadtzentrum auch mit dem Chaos nach dem Anschlag zurechtkommen: Große Teile der Innenstadt wurden geräumt, der öffentliche Nahverkehr war teilweise blockiert, Geschäfte mussten schließen.

Politiker aus aller Welt zeigten sich entsetzt. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schrieb auf Twitter, er sei "geschockt und wütend über Nachrichten aus Barcelona. Ein feiger Anschlag auf unsere Werte! Meine Gedanken sind bei Opfern und Angehörigen." Außenminister Sigmar Gabriel schrieb, er sei "tief erschüttert. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach auf Twitter von einem widerwärtigen Anschlag.

Polens Regierung verurteilte die Angriffe in Barcelona und Cambrils scharf. Das Außenministerium in Warschau nannte die Täter "Feiglinge, die sich falsche höhere Ziele zuschreiben".

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, die USA würden alles tun, was nötig sei, um zu helfen. "Seid tough und stark - wir lieben euch!" Allerdings irritierte er auch mit einer Handlungsempfehlung, die sich auf eine widerlegte Legende über den US-General Pershing beruft.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May teilte in einer Pressemitteilung mit, sei sei "angewidert" von dem sinnlosen Ende so vieler Leben in Barcelona. Die Regierung und Behörden hätten die volle Unterstützung der Briten: "Großbritannien steht mit Spanien dem Übel des Terrorismus entgegen".

Der iranische Außenminister Bahram Ghassemi rief alle Länder auf, politische Differenzen beiseite zu lassen und ihrer Priorität auf den Kampf gegen den Terror, insbesondere gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat", zu legen. Der Terror kenne schon lange keine Grenzen mehr und könne nur global gelöst werden, sagte er.

Auch Papst Franziskus zeigte sich erschüttert. Das Kirchenoberhaupt habe die Vorgänge in der katalanischen Hauptstadt "mit großer Besorgnis" zur Kenntnis genommen, hieß es aus dem Vatikan. "Der Papst betet für die Opfer dieses Attentats und wünscht seine Nähe zum ganzen spanischen Volk zu bekunden, besonders zu den Verletzten und den Familien der Getöteten", so der Pressesprecher des Papstes.