Reaktionen auf Anschläge Weißes Haus verdammt Taten als "abscheulich"

Der Sprecher von US-Präsident Obama spricht den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus, Frankreichs Staatschef Hollande will Terrorgruppen "auslöschen". Deutsche Politiker äußern sich weniger martialisch zu den Anschlägen in Frankreich und Tunesien.

Am Morgen der Angriff auf eine Flüssiggas-Firma in Frankreich, dann ein verheerender Anschlag auf eine Hotelanlage in Sousse, mitten in einem Touristengebiet in Tunesien. Schließlich ein Selbstmordattentat in einer schiitischen Moschee in Kuwait. Alles deutet darauf hin, dass in allen drei Fällen einen islamistischen Hintergrund gibt. Doch ob und wie die Attentate zusammenhängen, darüber gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Hier eine Übersicht der Reaktionen:

Das Weiße Haus verurteilte die drei Anschläge in scharfer Form. Josh Earnest, der Pressesprecher von US-Präsident Barack Obama, sprach von "abscheulichem" Terror. Das Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer, sagte Earnest. Washington werde die Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung mit den betroffenen Staaten fortsetzen. Obama ließ sich von den Anschlägen unterrichten, er selbst widmete sich am Freitag einer inneramerikanischen Sache: In Charleston hielt er für die Mordopfer eines Rassisten die Trauerrede und sang "Amazing Grace". In Paris mahnte der amerikanische Botschafter US-Bürger zu erhöhter Wachsamkeit.

Der australische Premier Tony Abbot äußerte sich entrüstet zu den Anschlägen, die zeigten dass "der Todeskult" der Islamisten allmählich "nach uns greift". "Wir mögen uns nicht im Krieg mit ihnen fühlen, aber sie sind sicherlich der Ansicht, dass sie sich im Krieg mit uns befinden", sagte er. Für Terror würden lediglich "ein Messer, eine Fahne, eine Telefon mit Kamera und ein Opfer" benötigt. "Das ist die düstere Realität, vor der die Welt steht."

Der Iran hat die Terrorangriffe ebenfalls scharf verurteilt. "Dieser terroristische Akt hat nichts mit den Lehren des Islams zu tun", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham über den Anschlag in der Nähe von Lyon. Die Wurzeln des Terrorismus müssten umgehend ausgetrocknet werden. Außerdem müssten sich im Kampf gegen den islamischen Extremismus alle Länder auf eine Zusammenarbeit einigen, sagte sie. Besonders die islamischen Länder sollten endlich eine einheitliche Strategie gegen den islamischen Extremismus entwickeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich ihren Beistands versichert. "Deutschland steht auch im Kampf gegen den Terrorismus, der die Werte und das friedliche Zusammenleben zwischen den Nationen und in unseren Gesellschaften auf brutale und perfide Weise herausfordert, fest an der Seite Frankreichs", schrieb sie in einem Kondolenztelegramm an den französischen Präsidenten François Hollande. Mit Blick auf die Ereignisse in Frankreich, Tunesien und Kuwait sagte Merkel: "Die Meldungen machen uns allen noch einmal klar, vor welchen großen Herausforderungen wir stehen, wenn es um den Kampf gegen Terrorismus und islamistischen Terrorismus geht."

Auch die Innenminister von Bund und Ländern haben zum Abschluss der Innenministerkonferenz (IMK) in Mainz die anhaltende Terrorgefahr auch in Deutschland hervorgehoben. Es gebe eine "ernst zu nehmende Bedrohungslage", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest". Es handele sich um einen "feigen Mordanschlag". Tunesien brauche Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus. "Der heutige Anschlag kann uns darin nur bestärken", so der Außenminister.

Frankreichs Präsident François Hollande äußerte sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel, wo die Staats- und Regierungschef über die Griechenland-Krise berieten: "Das war ein Anschlag terroristischer Natur", so der Präsident. "In diesem Moment gilt es zuerst, den Opfern unser Mitgefühl auszusprechen", sagte der Präsident. "Aber das kann nicht die einzige Antwort sein. Wir müssen unsere Werte verteidigen und dürfen die Angst niemals die Oberhand gewinnen lassen". Später, als er wieder in Paris eingetroffen war, sagte er mit Blick auf den Angriff auf das Hotel in Sousse, alle Länder müssten bei der Terror-Bekämpfung zusammenarbeiten. Es gehe darum, Gruppen und Individuen, die für solche Anschläge verantwortlich sind, "auszulöschen".

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat noch für heute das Sicherheitskabinett einbestellt, um die Situation zu beraten. EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach während einer Pressekonferenz in Brüssel den Opfern der Angriffe in Tunesien, aber auch in Frankreich und Kuwait - wo heute ebenfalls Anschläge stattgefunden haben - sein Mitgefühl aus.

Auch die Mitglieder der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft reagierten "entsetzt und fassungslos" auf den Terroranschlag in Sousse: "Es ist schrecklich, Tunesien wird Jahre brauchen um sich davon zu erholen", sagte Ezzedine Zerria, Verbandssprecher der Region Rhein-Ruhr. Leider habe er bereits mit Anschlägen gerechnet - und deswegen eine bereits organisierte Sommerveranstaltung der Gesellschaft in Djerba abgesagt. "Es gab ein Restrisiko, das wir nicht tragen wollten", sagte Zerria. Bereits bei seinem vergangenen Besuch in Tunesien habe aber jeder Einheimische bereits Angst vor dem Terror gehabt. "Das Töten hat nicht heute angefangen, sondern vor Jahren, und es hat immer wieder auch Tunesier getroffen", sagte Zerria. Der Terror sei ein schwerer Schlag für den Tourismus und richte sich nicht allein gegen die Reisenden - sondern auch gegen Staat und Gesellschaft Tunesiens.