Rania von Jordanien:Deutliche Worte im offenen Brief

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Ihrem angestauten Ärger über die Königin haben kürzlich 36 hochrangige Stammesführer in einem offenen Brief Luft gemacht. Zwar wird Rania in der Streitschrift nicht beim Namen genannt, doch nicht zuletzt die Vergleiche mit der kleptokratischen Ehefrau des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali sind eindeutig auf sie gemünzt.

Jordan Queen Rania

Sie verstört die dominierende Männerwelt ihres Landes: Königin Rania von Jordanien.

(Foto: REUTERS)

Von Farmland, das einer bestimmten Familie zugeschanzt worden sei, ist da die Rede und von der "Pracht persönlicher Geburtstagsfeste auf Kosten der Armen und des Staatshaushalts" - Rania hatte im Herbst ihren 40. Geburtstag gefeiert. Hinter solchen Anwürfen steckt die Angst der alteingesessenen Beduinen, ins Hintertreffen zu geraten gegenüber den Palästinensern, die im jordanischen Wirtschaftsleben oft schon den Ton angeben.

Gewalt beim Fußballspiel

Deshalb prangern die Notabeln auch die "fragwürdige Naturalisierung" an, also die Einbürgerung von Flüchtlingen, und klagen über "neue Machtzentren".

Für König Abdallah ist das ein Alarmsignal. Denn das beispiellose Pamphlet der Stammesführer ist Beleg dafür, dass inmitten des arabischen Aufbruchs Jordanien eine neue Zerreißprobe droht - mehr als 40 Jahre nach dem "Schwarzen September", in dem die von den Stämmen getragene Armee gegen palästinensische Milizen gekämpft hatte. König Hussein, der 1999 verstorbene Vater Abdallahs, hatte im Anschluss an die Vertreibung der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO das Land zusammengehalten.

Doch der Konflikt gärte weiter, und wenn es nur auf dem Fußballplatz war. Erst vor wenigen Wochen hatten sich die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen bei einem Spiel gewaltsam entladen. Die Schlacht zwischen palästinensischen und jordanischen Fans forderte mehr als 150 Verletzte.

Angesichts der Bruchlinien des Landes galt der König bislang allen Seiten als einzige stabilisierende Kraft. Kritik an ihm war öffentlich nicht zu hören - bis zum Brief der Stammesführer. Mit ihren Angriffen gegen Ehefrau Rania wird das Königshaus erstmals in Frage gestellt. Angemahnt werden politische Reformen - sonst, so heißt es in dem Schreiben, würde das Land den gleichen Weg einschlagen wie Tunesien und Ägypten.

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