Randale bei US-Protesten Hunderte Occupy-Anhänger nach Ausschreitungen festgenommen

In mehreren Städten der USA gerieten die Kapitalismuskritiker der Occupy-Bewegung und die Polizei aneinander. In New York blockierten Tausende Demonstranten die Wall Street - es kam zu heftigen Zusammenstößen. Die Polizei schlug offenbar auch mehrere Journalisten, obwohl sie klar als Pressevertreter erkennbar gewesen sein sollen.

Belagerungszustand nicht nur an der Wall Street: Bei Protesten der "Occupy Wall Street"-Bewegung ist es in New York zu heftigen Ausschreitungen gekommen, auch in anderen amerikanischen Städten gerieten Kapitalismuskritiker und die Polizei aneinander.

Wie US-Medien berichten, wurden allein in New York mindestens 250 Menschen festgenommen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Zusammenstößen in der Nähe der Börse verletzt. Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine schmerzende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein.

Offenbar schlugen die Sicherheitskräfte auch Journalisten. Wie die Huffington Post schreibt, beschrieben mehrere Reporter, wie sie Opfer von Polizeigewalt wurden - obwohl sie klar als Medienvertreter erkennbar gewesen sein sollen. Die Beamten nahmen offenbar auch einige Journalisten fest.

Tausende Menschen waren zuvor nach Aufrufen über digitale Netzwerke wie Facebook in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Am "Day of Action", dem "Tag der Aktion", zogen sie durch die Stadt, besetzten U-Bahnstationen und Plätze. In den späten Abendstunden liefen die Massen mit Lichtern und Plakaten über die Brooklyn Bridge.

Straßensperren hinderten die Aktivisten bei den Protestmärschen tagsüber daran, direkt zur New Yorker Börse vorzustoßen. Die Polizei hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen um das ohnehin seit zwei Monaten weitgehend abgeriegelte Gebäude verstärkt. Eisengitter und Beamte in Kampfmontur versperrten den Demonstranten den Weg ins Herz des Finanzbezirks. Menschen, die zu ihren Arbeitsplätzen wollten, mussten scharfe Kontrollen über sich ergehen lassen. Ihr Vorhaben, die Börse lahmzulegen, konnten die Demonstranten jedoch nicht umsetzen.

Räumung des Zuccotti-Parks heizt die Stimmung an

Zu Festnahmen und Zusammenstößen kam es anschließend, als einige Aktivisten versuchten, die Metallabsperrungen rund um den Zuccotti-Park, dem früheren Nachtlager der Bewegung, wegzutragen. Bei einem Sit-in, einer "Sitzbesetzung", am nahegelegenen Foley Square direkt vor dem Gerichtsgebäude kam es später zu neuen Festnahmen.

Die Stimmung zwischen der Polizei und den Anhängern von "Occupy Wall Street" war diese Woche aufgeheizt worden, als die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Zuccotti-Park vertrieben wurden. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte das Zeltlager in der Nacht zum Dienstag räumen lassen. Es kam zu Festnahmen, die Demonstranten machten am darauffolgenden Morgen mit Sprechchören ihrem Unmut Luft.

In anderen US-Städten fanden weitgehend friedliche Proteste gegen das weltweite Finanzsystem statt, unter anderem in Washington, Chicago und Las Vegas. In Los Angeles löste die Polizei Medienberichten zufolge eine Kundgebung in der Innenstadt auf, es kam ebenso zu Festnahmen wie in Portland.

"Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall Street als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

Aktionstag der "Occupy"-Bewegung

Krawalle in den USA