James Bond Einer von Hollywoods neuen Superstars

Rami Malek wird Bösewicht im 25. James-Bond-Film

(Foto: dpa)

Rami Malek wird bald als Bösewicht James Bond herausfordern. Dabei war für den Sohn ägyptischer Immigranten die Schauspielerei zunächst nur ein fernes Traumziel.

Von David Steinitz

Per Videobotschaft aus New York verkündete der amerikanische Schauspieler und Oscarpreisträger Rami Malek am Mittwoch, er sei von nun an dafür verantwortlich, James Bond das Leben schwer zu machen. Damit bestätigte der 37-Jährige, was in der Filmbranche schon seit ein paar Monaten als Gerücht die Runde machte: Er wird der Schurke im neuen James-Bond-Film, der derzeit unter anderem in England, Norwegen und Jamaika gedreht wird. Auf Jamaika fand am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein eine erste Pressekonferenz zum 25. Bond-Film statt, der bislang keinen offiziellen Titel hat. Neben 007-Darsteller Daniel Craig und Regisseur Cary Fukunaga konnte Malek nicht persönlich Platz nehmen, weil er noch in den USA an einem anderen Projekt arbeitet und erst in den nächsten Tagen zur Produktion stoßen wird. Malek ist ein viel beschäftigter Mann.

Spätestens seit seinem Auftritt als Sänger Freddy Mercury im Queen-Biopic "Bohemian Rhapsody" gehört Rami Malek zu Hollywoods neuen Superstars. Der Film wurde im vergangenen Jahr zum großen Überraschungshit und spielte in den Kinos weltweit fast eine Milliarde Dollar ein. Das ist eine Liga, in die ansonsten fast nur Superhelden-Blockbuster und "Star Wars"-Filme vorstoßen. Die Krönung dieses Musikfilmerfolgs war für Malek im Februar die Auszeichnung mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller.

Dabei war für den Sohn ägyptischer Immigranten die Schauspielerei zunächst nur ein fernes Traumziel. Rami Malek und seine Geschwister gehören zur ersten Generation einer Einwandererfamilie, die Eltern kamen 1978 aus Kairo nach Los Angeles. Während der Promo-Tour zu "Bohemian Rhapsody" erzählte er letzten Herbst: "Eine Schauspielkarriere war bestimmt nicht das, was meine Eltern im Sinn hatten. Sie haben ihre Heimat verlassen, damit ich eine Chance auf ein gutes, bodenständiges Leben habe."

Seine Geschwister folgten auch den eher konservativen Berufsvorstellungen der Eltern. Die Schwester Yasmine ist Ärztin, sein zwei Minuten jüngerer Zwillingsbruder Sami wurde Lehrer. Rami hingegen studierte an der Kunsthochschule von Evansville im US-Bundesstaat Indiana Schauspiel. Danach arbeitete er sich ganz klassisch über winzige, kleinere und nicht mehr ganz so kleine Rollen ins Rampenlicht vor. Er hatte zum Beispiel Auftritte in der Komödienreihe "Nachts im Museum" und im preisgekrönten Drama "The Master". Seinen Durchbruch schaffte er schließlich 2015 in der Hackerserie "Mr. Robot", für die er zwei Mal nacheinander für einen Golden Globe nominiert wurde. Die Serie verschaffte ihm unter allen wichtigen Casting-Agenten viel Aufmerksamkeit. Als die heiß begehrte Rolle des Freddy Mercury ausgeschrieben wurde, für die sich halb Hollywood bewarb, setzte er sich gegen diverse berühmtere Mitbewerber durch, zum Beispiel gegen den britischen Komiker Sacha Baron Cohen.

Trotz des Starrummels der vergangenen Monate dürfte der bevorstehende Bond-Film, der im April 2020 ins Kino kommen soll, noch einmal eine ganz neue Herausforderung für Malek werden. Denn die Dreharbeiten und die anschließende Werbetour für eine solche Großproduktion stellen alles andere, was die Filmindustrie an Abenteuern zu bieten hat, in den Schatten. Das erzählte zumindest der österreichische Schauspieler Christoph Waltz erschöpft beim Treffen vor einigen Jahren in Berlin, als er gerade den Bond-Film "Spectre" abgedreht hatte; Waltz ist Maleks direkter Vorgänger als Schurke im 007-Universum.

Über Details von Maleks Rolle wie überhaupt über den Inhalt des nächsten Bond ist bislang nichts Wesentliches bekannt. Trotzdem kann man schon festhalten, dass Malek kein leichtes Erbe anzutreten hat. Neben Waltz spielten schon legendäre Kollegen wie Gert Fröbe, Christopher Lee, Klaus Maria Brandauer und Javier Bardem den Gegenpart zum britischen Geheimagenten.