Rainer BrüderleMinister Mittelmaß in Nöten

Die FDP erleidet ein totales Wahldebakel und erste Parteifreunde fordern Rainer Brüderles Abgang. Ein Überblick über eine Polit-Karriere, die bislang kein peinlicher Ausrutscher bremsen konnte.

Lange Gesichter bei der FDP in Rheinland-Pfalz am Abend der Landtagswahl: Rainer Brüderle, Bundeswirtschaftsminister und FDP-Landesvorsitzender mit seinem Spitzenkandidaten Herbert Mertin (links). Mertin war bislang auch Fraktionschef der Liberalen im Mainzer Landtag und verliert diesen Job - denn die Freidemokraten sind in Mainz nun außerparlamentarische Opposition. Auch Rainer Brüderle hat inzwischen erste Konsequenzen aus der Wahlschlappe gezogen: Nach 28 Jahren verzichtet er auf eine erneute Kandidatur als Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz.

Der Pfälzer war von Parteifreunden mit für die Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verantwortlich gemacht worden: Laut einem Protokoll hat Brüderle beim Lobbyverband BDI die Atomwende der Kanzlerin mit Wahltaktik begründet, was dem Ruf seiner ohnehin angezählten FDP weiter schadete.

Das ficht den Pfälzer vermutlich nicht an, er will Wirtschaftsminister bleiben. "Natürlich, macht doch Spaß", sagte er auf eine entsprechende Frage. Außerdem ist Brüderle schon in einige Fettnäpfe getreten, ohne dass es ihm geschadet hätte. Eine politische Karriere in Bildern.

Bild: dapd 10. Juni 2010, 11:202010-06-10 11:20:14 © sueddeutsche.de/Barbara Vorsamer/bgr/liv