RAF-Gewalt Ex-Terroristin Viett rechtfertigt Terror

In die laufende RAF-Debatte hat sich die ehemalige Terroristin Inge Viett eingeschaltet. In einem bereits im Februar publizierten Zeitungsartikel zeigt sie keine Reue. Im Gegenteil: Zweifel an der Berechtigung des bewaffneten Kampfes lässt Viett nicht gelten.

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung druckte die Junge Welt einen Artikel des früheren RAF-Mitgliedes. Darin schrieb Viett, der "politisch/militärische Angriff" sei damals "für uns (...) der angemessene Ausdruck für unseren Widerstand gegen den Kapitalismus" gewesen.

Saß wegen ihrer Taten bis 1997 im Gefängnis: Inge Viett

(Foto: Foto: dpa)

In ihrem "Lust auf Freiheit" betitelten Artikel beklagt die Ex-Terroristin rückblickend, "dass dem Guerillakampf in der BRD und in allen imperialistischen Staaten verdammt mehr Erfahrung, Klugheit, Ausdauer und Unterstützung zu wünschen gewesen wären". Zweifel an der Berechtigung des bewaffneten Kampfes lasse sie nicht gelten.

Die heute 63-jährige Viett gehörte zunächst der West-Berliner Terrorgruppe "Bewegung 2. Juni" an und organisierte unter anderem 1975 die Entführung des damaligen Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz, mit der Gesinnungsgenossen aus der Haft freigepresst wurden.

Nach dem "Deutschen Herbst" 1977 schloss sie sich der RAF an. 1983 floh Viett in die DDR, wo sie 1990 festgenommen wurde. Sie wurde wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch 1997 wieder frei. Sie arbeitet heute als Journalistin.

Ebenso wie der noch im Gefängnis sitzende Christian Klar hat sie in den vergangenen Jahren keine Reue über ihre Taten geäußert.