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Querelen in der FDP:Lindner wirft Rösler Versagen vor

Bundestag

Unter Philipp Rösler flog die FDP aus dem Bundestag.

(Foto: dpa)

Noch ist Christian Lindner gar nicht Chef der FDP. Mit seinem Vorgänger Rösler aber rechnet er bereits jetzt ab: Bei der Energiewende hätten sich die Liberalen stärker abgrenzen müssen.

Anfang Dezember soll Christian Lindner zum Chef der FDP gewählt werden - mit seinem Vorgänger Philipp Rösler rechnet der 34-Jährige aber jetzt schon einmal ab. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wirft Linder Rösler vor, dass er bei der Energiewende versagt habe. "Das war die Chance, uns durch eine rationale und marktwirtschaftliche Energiepolitik gegen alle Mitbewerber zu profilieren", sagte er. "Es ist unverzeihlich, dass wir sie nicht genutzt haben."

Lindner betonte, dass er in der Führungskrise vor zwei Jahren Rösler bewusst den Vortritt gelassen habe. "Ich habe damals einen anderen für geeigneter gehalten", sagte er. Nach dem Scheitern dieser Hoffnung gebe es jedoch eine "neue Lage". Der künftige Parteichef fügte allerdings hinzu, er halte noch Kontakt mit dem scheidenden Vorsitzenden: "Wir sind eine bürgerliche Partei und gehen fair miteinander um."

Nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag will sich Lindner auf einem Sonderparteitag Anfang Dezember in Berlin zum neuen Vorsitzenden wählen lassen. Sein Vorgänger Rösler stand in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren an der Spitze des Wirtschaftsministeriums, das für wesentliche Teile der Energiewende verantwortlich ist. In der Öffentlichkeit wurde aber vor allem Umweltminister Peter Altmaier (CDU) als zuständiger Politiker für das Thema wahrgenommen.

Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet Lindner die Vorabmeldung der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu seinem Interview als nicht zutreffend. "Dass ich bedauere, dass die FDP nicht mehr Marktwirtschaft in der Energiepolitik durchsetzen konnte, hat nichts mit persönlichen Schuldzuweisungen zu tun", schrieb er am späten Samstagnachmittag.