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Putin in Kairo:Russland will Atomkraftwerk in Ägypten bauen

Vladimir Putin, Abdel-Fattah el-Sissi

Wladimir Putin und Abdel-Fattah al-Sisi in Kairo.

(Foto: AP)
  • Im Norden Ägyptens soll mit russischer Hilfe ein Atomkraftwerk entstehen.
  • Auch auf militärischer Ebene wollen die beiden Länder künftig stärker zusammenarbeiten.
  • Kairo sucht seit Längerem die Annäherung an Moskau. Die USA hatten zuvor ihre Militärhilfen für das Land als Reaktion auf den Sturz des Präsidenten Mursi eingeschränkt.

Atomkraftwerk für Ägypten

Russland will das erste Atomkraftwerk in Ägypten bauen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi an diesem Dienstag in Kairo. Das Kraftwerk soll in der Region Dabaa im Norden des Landes entstehen. Es gehe um den Bau eines hochmodernen Kraftwerks mit vier Blöcken, von denen jeder eine Leistung von 1200 Megawatt haben werde, sagte der Generaldirektor der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Russland sei bereit, Ägypten einen Kredit für den Bau zu gewähren.

Ägypten treibt bereits seit Jahren ein eigenes Akw-Projekt voran: Schon im Jahr 2008 vereinbarten Russland und Ägypten eine Kooperation im Bereich der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Zugleich werde die Militärkooperation beider Länder gestärkt, kündigte Staatsoberhaupt Abdel Fattah al-Sisi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz an.

Abkehr von Washington - Annäherung an Moskau

In den vergangenen Jahrzehnten war Ägypten vor allem mit den USA eng verbündet. Washington hatte nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee 2013 seine Militärhilfe für Ägypten eingeschränkt. Seitdem bemüht sich Kairo um Moskau. Auch im Anti-Terrorkampf wollen Russland und Ägypten enger zusammenarbeiten.

Es ist bereits das zweite Treffen der beiden Präsidenten. Im August 2014 hatte Al-Sisi Putin in der Stadt Sotschi besucht. Bei seinem zweitägigen Kairo-Besuch überreichte der russische Staatschef seinem Amtskollegen laut Staatsfernsehsender Russia Today ein symbolhaftes Geschenk: eine Kalaschnikow. Kairo hat großes Interesse an russischem Kriegsgerät wie Luftabwehrsystemen und Panzerabwehrraketen.

© SZ.de/AFP/dpa/cmy
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