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Russland:Putin: Verhältnis zu den USA hat Tiefpunkt erreicht

Russlands Präsident Putin

"Dies ist wirklich nichts, über das ich mir irgendwie Sorgen mache" - Russlands Präsident Putin über Bidens Aussage, er sei ein "Killer".

(Foto: Sergei Ilyan/dpa)

Kurz vor dem Gipfeltreffen mit Biden äußert sich der russische Präsident über seinen Amtskollegen und dessen Vorgänger Trump. Im Ukraine-Konflikt kündigt die US-Regierung weitere Militärhilfen an.

Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Joe Biden sieht Kremlchef Wladimir Putin das Verhältnis zu den USA in einer schweren Krise. "Wir haben eine bilaterale Beziehung, die in den letzten Jahren ihren Tiefpunkt erreicht hat", sagte Putin in einem in der Nacht auf Samstag veröffentlichten Ausschnitt eines Interviews mit NBC News nach einer Übersetzung des Senders.

Biden unterscheide sich radikal von seinem Vorgänger Donald Trump, den Putin als außergewöhnliche, talentierte und schillernde Person beschrieb. Der neue US-Präsident dagegen sei "völlig anders", ein "Karrieremensch", der praktisch sein ganzes Erwachsenenalter in der Politik verbracht habe, sagte Putin demnach. Der Kremlchef deutete an, dass er sich vorstellen könne, mit Biden zusammenzuarbeiten. Es gäbe einige Vor- und einige Nachteile, aber sicher keine impulsiven Handlungen im Namen eines US-Präsidenten.

Zur Aussage, dass Biden ihn in einem Interview im März einen "Killer" genannt hatte, sagte Putin, er habe schon Dutzende solcher Anschuldigungen gehört. "Dies ist wirklich nichts, über das ich mir irgendwie Sorgen mache."

Weitere 150 Millionen Dollar für die Ukraine

Biden und Putin treffen am 16. Juni in Genf aufeinander. Der US-Präsident hatte am Mittwoch gesagt, die USA wollten eine "stabile, vorhersehbare Beziehung" und suchten nicht den Konflikt mit Russland. Das Weiße Haus betont immer wieder, Putin mit dem Treffen nicht belohnen zu wollen und dass ein persönliches Gespräch wegen der Differenzen zwischen den Ländern besonders wichtig sei. Es ist das erste Treffen seit Bidens Amtsantritt und fällt in eine Zeit großer Spannungen zwischen den USA und Russland.

Ein Thema dürfte der andauernde Ukraine-Konflikt sein. Wenige Tage vor dem Gipfel kündigte das US-Verteidigungsministerium weitere Militärhilfen für die Ukraine in Höhe von 150 Millionen Dollar an. Die USA sagten Russlands Nachbarstaat unter anderem Artillerieaufklärungsradare, Systeme zur Erkennung von Drohnen und abhörsichere Kommunikationsausrüstung zu. Die Militärhilfe ist im US-Verteidigungshaushalt vorgesehen. Sie umfasst nach Angaben des Pentagons auch das Training, die Ausrüstung und die Beratung der ukrainischen Streitkräfte - um ihnen zu helfen, die Grenzen des Landes zu sichern.

© SZ/dpa/Reuters/saul/gal
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