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Prozess in Bonn:"Eure Werte erlauben es, den Propheten zu beleidigen."

Er bringt Murat K. zum Reden. "Stellen Sie sich vor, Sie wären Bereitschaftspolizist und hätten die Aufgabe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Wären Sie dann in Ihren Augen ein berechtigtes Angriffsziel?" "Ja", sagt Murat K., "der deutsche Staat erlaubt, dass Mohammed-Karikaturen gezeigt werden. Die Polizisten sind damit automatisch verwickelt in die Sache."

Auch wenn ein Gericht erlaube, dass die Karikaturen gezeigt würden? fragt der Richter. "Eure Werte erlauben es, den Propheten zu beleidigen. Der Islam erlaubt das nicht. Im Islam gilt die Todesstrafe dafür. Ihr habt Eure Meinungsfreiheit, aber als gläubiger Muslim muss der Islam meine Meinung sein." - "Sie müssen mit Gewalt die Werte des Islam durchsetzen?", fragt der Richter. "Ja, natürlich", sagt Murat K..

Die Polizistin trug eine zehn Zentimeter lange Stichwunde an einem Bein davon, der Kameramann eine 16 Zentimeter lange. Er ist noch immer in psychologischer Behandlung, kann nur vier Stunden am Tag arbeiten. Auch der Zugführer, der seine Leute nicht schützen konnte, hatte nach dem Einsatz Schlafstörungen. 35 Beamte waren verletzt worden. "Da macht man sich Gedanken", sagt der Zugführer.

Johannes Pausch, der Verteidiger von Murat K., hatte seinem Mandanten zu bedenken gegeben, er könne sich auch bei den verletzten Polizisten entschuldigen. Murat K. hat es nicht getan. Er fühlt sich im Recht. Pausch sagt, sein Mandant sei sehr fundamentalistisch eingestellt, ein Salafist.

Murak K. sagt: "Ich fürchte mich nicht vor der Strafe, ich fürchte mich nicht vor der Abschiebung. Das will ich hier mal klarstellen. " Das Urteil wird nächste Woche erwartet.