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Prozess gegen Becker:"Die Dame hat mit der Pistole rumgefuchtelt"

33 Jahre hat der Mann geschwiegen - jetzt stützt er als Zeuge vor Gericht die Version von Michael Buback, der Verena Becker für die Mörderin seines Vaters hält.

Neue Zeugenaussage im Prozess um den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback: Vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim erklärte ein Zeuge, er habe gesehen, wie eine Frau von einem Motorrad aus die tödlichen Schüsse abfeuerte. Die detaillierte Aussage könnte die umstrittene These stützen, die angeklagte ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker habe Buback selbst erschossen.

Jahresrückblick 2010 - Verena Becker

Die Staatswanwaltschaft glaubt, dass Verena Becker zwar Mittäterin war, weil sie das Attentat an Generalbundesanwalt Siegfried Buback maßgeblich organisiert hat, aber nicht als Todesschützin auf dem Motorrad saß. 

(Foto: dpa)

Zweifel bestehen allerdings, weil sich der Zeuge erst 33 Jahre nach dem Attentat meldete. Der 56-jährige Kaufmann und Fluglehrer hatte sich erst im Frühjahr an den Sohn des Ermordeten gewandt, den Nebenkläger Michael Buback. Er habe vom Steuer eines VW-Busses aus das Attentat beobachtet, sagte der Zeuge. "Es sah für mich aus wie eine Mafia-Hinrichtung." Nach den Schüssen habe das Motorrad den Dienstwagen Bubacks einmal umrundet. "Die Dame, die da drauf saß, hat mit der Maschinenpistole rumgefuchtelt". Er habe das Gesicht der Frau sehen können, sie habe gelacht oder "die Zähne gebleckt". Damals habe er sich aus Angst vor einer möglichen Rache der RAF nicht bei der Polizei gemeldet.

Verena Becker muss sich in Stuttgart-Stammheim als mögliche Mittäterin des Mordanschlags verantworten. Die Anklage geht allerdings nicht davon aus, dass die damals 24-Jährige selbst auf dem Motorrad saß; vielmehr habe sie eine maßgebliche Rolle bei der Organisation des Attentats gespielt. Michael Buback hält Becker hingegen für die Schützin. Er glaubt, dass sie bei den Ermittlungen geschützt wurde, weil sie schon vor ihrer Festnahme mit Geheimdiensten kooperiert habe. Hierfür allerdings gibt es bislang keine Beweise.