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Proteste gegen Mohammed-Film:Ausweitung der Proteste

In Pakistan dürften sich die Proteste am Freitag ausweiten. Schon vorher hatte die Regierung einen nationalen Feiertag ausgerufen, damit die Menschen am traditionellen Gebetstag friedlich gegen den Film protestieren können. In seltener Eintracht begrüßten die pakistanischen Taliban den Schritt.

Allerdings solle die Regierung auch alle US-Diplomaten des Landes verweisen, erklärte ein Sprecher der Extremistengruppe. Am Donnerstag zwangen Proteste die USA dazu, ihre Konsulate in den indonesischen Städten Makassar und Medan den zweiten Tag in Folge nicht zu öffnen.

Die Demonstranten in Makassar zogen auch vor eine Filiale der Fastfood-Kette McDonalds, die daraufhin schloss. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki verurteilte den in den USA produzierten Film "Die Unschuld der Muslime" und die in der Satirezeitschrift Charlie Hebdo veröffentlichten Mohammed-Karikaturen als Beleidigung für Muslime. Gleichzeitig rief er schiitische und sunnitische Gläubige auf, einträchtig muslimische Werte zu verteidigen.

Proteste in Afghanistan

In Afghanistan protestierten unterdessen einige Hundert Demonstranten im Zentrum der Hauptstadt Kabul gegen das Schmähvideo und skandierten antiamerikanische Parolen.

Seit dem Beginn der durch den Schmähfilm ausgelösten Ausschreitungen am 11. September in mehr als 20 Ländern wurden mindestens 30 Menschen getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen.

Mit Blick auf die brisante Sicherheitslage vertagte das Bundesinnenministerium den Start der Öffentlichkeitskampagne "Vermisst". Hintergrund sei eine "aktuelle Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes", teilte das Ressort am Donnerstag in Berlin mit. Die Kampagne werde ansonsten planmäßig fortgesetzt.

Mit den Plakaten, die ab Freitag ausgehängt werden sollten, wollte der Innenminister im Stil von Vermisstenanzeigen für seine Anlaufstelle gegen islamistische Radikalisierung werben. Die Aktion war nicht nur unter Muslimen umstritten.

Die Veröffentlichung des Videos und der Karikaturen sowie die wütenden Reaktionen von Muslimen darauf haben weltweit Diskussionen ausgelöst, wie weit Meinungsfreiheit gelten soll, wenn sie religiöse Gefühle verletzt. Bundesaußenminister Westerwelle mahnte Ruhe und Mäßigung an. "Ich rufe dazu auf, dass die Empörung, die sich auch in vielen islamischen Ländern verbreitet, friedlich zum Ausdruck gebracht wird."