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Prominenten-Umfrage zu Europa:"Die EU soll positives Denken subventionieren"

Die Europawahl ist zu Ende - das Projekt Europa noch lange nicht. Prominente verraten auf sueddeutsche.de, was sie sich für die Zukunft des Kontinents wünschen.

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Maybrit Illner, Europa

Quelle: SZ

Wünsche, Hoffnungen und Ängste - jeder verbindet etwas anderes mit dem Gedanken an die Zukunft Europas. sueddeutsche.de stellte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medien die Frage: "Was wünschen Sie sich von Europa?" Manche outen sich als europäische Kosmopoliten, andere hoffen auf ewigen Frieden auf dem Kontinent. Wir geben ihre Statements im Wortlaut wieder.

Maybrit Illner, Journalistin:

"Dass das politische Baby Europa so schnell so groß geworden ist, freut mich. Aber jetzt würde ich mir wünschen, dass bei unserem Riesenbaby nicht nur die Muskeln wachsen, sondern auch die Entwicklung von Verstand und charakterlicher Reife einen entsprechenden Sprung macht. Dafür müssten ihm die erziehungsberechtigten Politiker in den Nationalstaaten allerdings ein gutes Vorbild geben."

Foto: dpa

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

Ottfried Fischer, Europa

Quelle: SZ

Ottfried Fischer, Schauspieler:

"Ich wünsche mir von Europa, was sich eigentlich alle wünschen: dass bei starker Berücksichtigung eines bürgerfreundlichen, europäischen Gedankens zugleich ein bürokratiearmes Europa der Regionen den Menschen die individuelle, identifizierbare Heimat erhält - frei von kleinlicher staatlicher Beschränkung."

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

Herbert Feuerstein, Europa

Quelle: SZ

Herbert Feuerstein, Entertainer:

"Ich bin ein 'vaterlandsloser Geselle', der sich schon seit jungen Jahren nicht dem Land zugehörig fühlt, in dem er zufällig geboren wurde, sondern der ganzen Welt. Da ist Europa schon mal ein Anfang."

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

Django Asül, Europa

Quelle: SZ

Django Asül, Kabarettist:

"Da ich mich privat hauptsächlich in Niederbayern aufhalte, ist mein Bezug zu Europa marginal bis nonexistent. Ich wüsste auch nicht, was ich mir von einem Phantom wünschen sollte."

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

schuhbeck, Europa, Umfrage

Quelle: SZ

Alfons Schuhbeck, Meisterkoch:

"Ich wünsche mir, dass das deutsche Reinheitsgebot für Bier sinngemäß für alle Lebensmittel gilt. Bürokratie und Regulierungswahn werden so eifrig reduziert wie das Tempo auf Autobahnen. Die EU subventioniert nur noch positives Denken."

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

Volker PAnzer, Europa, Umfrage

Quelle: SZ

Volker Panzer, Journalist:

"Was im politischen Tagesgeschäft der EU schon lange nicht mehr zur Debatte steht, ist das wahre Wunder der europäischen Vereinigung: der Krieg hat sich als Denkfigur und politische Option ganz und gar aufgelöst. Das ist einmalig in der Weltgeschichte: Krieg als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln ist weltweit nur in der EU unmöglich geworden.

Mein größter Wunsch an Europa wäre, dass die überall im vereinten Europa so zahlreich zu besuchenden Soldatenfriedhöfe Denkmäler einer vergangenen Zeit bleiben und Vorschein einer neuen: Es war einmal und kommt nie wieder."

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Prominenten-Umfrage zu Europa:Was wünschen Sie sich von Europa?

Oskar Roehler, Europa, Umfrage

Quelle: SZ

Oskar Roehler, Regisseur:

"Es wäre unrealistisch, sich zu wünschen, dass Europa jünger wird, da es alt ist und sich an dieser Tatsache nichts ändern läßt. Die eigene Kulturhoheit haben die verschiedenen Länder längst zugunsten des Primats der amerikanischen Kultur aufgeben müssen. Also ist es für eine Abkehr vom Westen, wie sie Heidegger einst gepredigt hat, zu spät?

Wohin sollen wir uns orientieren? An den Golfstaaten oder an China? Amerika hat uns lange, lange glücklich gemacht, aber dieses Biedermeier gibt es nicht mehr. Also wieder die Todessehnsucht, die Hauptantriebskraft unserer Kultur, unserer Musik und Literatur? Was haben wir kulturell mit den Franzosen gemeinsam und mit ihrem kritischen Geist? Es wäre für einen Greis lächerlich, die Jugend nachzuahmen - und unsere greisen Kulturnationen wissen das auch. Was bleibt ist Selbstgefälligkeit und ein gewisser seniler Trotz. Woher wissen wir, ob wir überhaupt noch in der Moderne ankommen können - vor allem, wenn sie Barbarei bedeutet. Wollen wir das? Wollen wir überhaupt lernen? Wäre ein sanfter Tod nicht das Wünschenswerteste, was es gibt - friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen? Das wäre doch ein adäquater Wunsch."

Foto: AP

(sueddeutsche.de/jab)

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