Projekt Nürburgring Angeblicher Investor völlig ahnungslos

Der von Kurt Beck genannte potentielle Investor Pierre du Pont V. streitet jegliche Beteiligung am Projekt Nürburgring ab.

Von P.-A. Krüger und C. Hickmann

In der Affäre um das Freizeitpark-Projekt "Nürburgring 2009" hat der vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck als potentieller Investor genannte Amerikaner Pierre S. du Pont V. jede Beteiligung oder Kenntnis von dem Projekt abgestritten.

Nürburgring: Der potentielle Investor aber weiß von nichts.

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In einer schriftlichen Erklärung teilte er der Süddeutschen Zeitung mit, er sei vor kurzem informiert worden, dass "ein gewisser Urs Barandun (und möglicherweise andere)" einige Aussagen und Beschuldigungen "gegen mich und meine mutmaßliche Beteiligung" an bestimmten Entwicklungsprojekten in Bezug auf den Nürburgring erhoben hätten.

Du Pont stellte klar, alle Behauptungen, "dass ich Anleger oder potentieller Anleger im erwähnten Entwicklungsprojekt bin oder einmal war, sind völlig falsch und unbegründet. Ich bestreite irgendeine Kenntnis vom genannten Projekt. Außerdem kenne ich diesen Herr Barandun nicht und habe weder mit ihm noch mit Beamten des Landes Rheinland-Pfalz irgendetwas zu tun gehabt."

Du Pont verwahrte sich zudem dagegen, von anderen mit dem Projekt in Verbindung gebracht zu werden. "Weder Herr Barandun noch jemand anders darf für mich sprechen oder mich vertreten, und alle Erklärungen entgegen sind falsch", erklärte du Pont in seinem Schreiben an die Süddeutsche Zeitung. Er halte sich derzeit nicht in den USA auf sondern im Ausland, habe aber keine weiteren Erklärungen zu dieser Angelegenheit.

Beck hatte in der Nacht zum Donnerstag erstmals den Namen des zuvor geheim gehaltenen angeblichen US-Investors genannt. Es handele sich um Pierre du Pont V. aus der Familie, die hinter dem amerikanischen Chemiekonzern DuPont stehe, sagte der Regierungschef in Unkel am Rhein. Dies sei "ganz großer Milliardärsadel".

Du Pont sollte angeblich bereit gewesen sein, eine dreistellige Millionensumme für die geplante Privatfinanzierung des neuen Freizeitzentrums an der Rennstrecke Nürburgring in der Eifel zur Verfügung zu stellen. Wegen des Scheiterns des Finanzierungsmodells, das der Schweizer Kreditvermittler Urs Barandun der Landesregierung vorgeschlagen hatte, war am Dienstag Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) zurückgetreten.

Die Affäre erreicht damit eine neue Stufe: Durch die Erklärung du Ponts wird klar, dass es den von Barandun in Aussicht gestellten Hauptinvestor offenbar nie gegeben hat. Finanzminister Deubel hatte sich die Darstellung Baranduns wiederholt zu Eigen gemacht. Mitte Juni hatte er in einer Ausschusssitzung gesagt, seinem Ministerium lägen "präzise Erkenntnisse" vor, dass es sich um "eine natürliche Person handelt, US-Amerikaner, vermögend und nicht ganz unbekannt".

Es sei aber "nicht Barack Obama. ganz so bekannt ist er auch wieder nicht". Die Opposition hatte damals höhnisch vom plötzlichen Auftauchen eines "reichen Onkels aus Amerika" gesprochen. Deubel hatte sich zunächst geweigert, den Namen des Investors zu nennen und sich auf das Prinzip der Vertraulichkeit berufen.