Privatvermögen Mut lohnt sich

Erstmals sinkt das private Geldvermögen. Da helfen nur: Aktien.

Von Markus Zydra

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte geschrumpft. Diese Nachricht der Bundesbank löst sofort den Reflex aus, die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dafür verantwortlich zu machen. Damit liegt man in einer Hinsicht auch richtig. Bei einem Leitzins von null Prozent kann es für Bankeinlagen keine hohen Erträge geben; gerade die treuesten Sparer legen damit aufgrund der Inflation schon lange drauf.

Die spannendere Frage ist jedoch, warum das Vermögen in den Jahren zuvor trotz Nullzins noch nicht geschrumpft ist. Die Antwort: Weil einige Menschen ihr Geld auch woanders anlegen, etwa in Aktien, deren Kurse seit 2009 weltweit stark gestiegen sind.

Die meisten Deutschen fürchten sich vor den Aktienmärkten, weil die Preise dort stark schwanken können. Deshalb liegen knapp 40 Prozent des hiesigen Geldvermögens von knapp sechs Billionen Euro auf Sparkonten, nur rund zehn Prozent sind in die Aktienmärkte geflossen.

Es bringt nichts, über den Nullzins zu lamentieren. Man muss etwas tun. Wer es sich leisten kann, sollte den Mut aufbringen, auch in Aktien zu investieren. Sicherlich braucht man für diesen Schritt starke Nerven. Aber in der Börsengeschichte hat sich die Aktienanlage auf lange Sicht zumeist gelohnt.