Preisgelder Am Anfang war das Kaffeeservice

Über die Kluft der Prämien für Männer- und Frauen-Nationalmannschaften im Fußball.

Von Thomas Gröbner

Zarte Blüten auf weißem Porzellan aus dem Hause Villeroy & Boch, damit wurden die Frauen 1989 für den Triumph bei der Europameisterschaft vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) belohnt. Später gab es ein Münz-Set, inzwischen ist die Anerkennung für ein erfolgreiches Turnier größer. Für den Titel bei der Weltmeisterschaft in Frankreich hat der DFB jeder Spielerin 65 000 Euro versprochen, plus 10 000 Euro im Falle der erfolgreichen Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020. Dafür müsste die deutsche Mannschaft unter die drei besten europäischen Teams bei der WM kommen. Die Männer hätten 2018 für den WM-Titel 350 000 Euro bekommen. "Man kann nur Gleiches gleich behandeln", erklärte DFB-Interimspräsident Rainer Koch dazu. "Aktuell ist es so, dass mit der Frauen-Nationalmannschaft bei weitem nicht die Erlöse erzielt werden können, die im Männerfußball realisiert werden." Auch in anderen Ländern gab es Debatten um die Prämien. Vor der WM forderten die australischen Frauen eine Verdoppelung der Preisgelder, sie wollen dies zur Not vor Gericht erstreiten. Das US-Team hat unlängst den eigenen Verband wegen Diskriminierung verklagt. Die Däninnen haben im Prämienstreit sogar auf die WM-Chance verzichtet: Sie boykottierten das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Schweden, die Partie wurde als Niederlage gewertet. Erst danach einigten sich der Verband und die Spielerinnen auf einen neuen Vertrag mit besseren Konditionen.