Kurzinformation:Preisdeckel für Öl

Die meisten Öltanker sind in London versichert. Dort könnte man ansetzten, schlagen die USA vor. (Foto: Imago/ANP)

Die G 7 wollen Russlands Einnahmen aus fossilen Energien begrenzen. Wie könnte so ein Mechanismus aussehen?

US-Präsident Joe Biden war mit dem Plan nach Elmau gereist, eine Preisobergrenze für russisches Öl einzuführen - wie genau, ist weiterhin offen. Die Regierungen der G-7-Staaten wollen solch einen Mechanismus nun jeweils genauer prüfen und auch die Möglichkeiten für einen Preisdeckel für Gas aus Russland ausloten.

Weiter im Gespräch ist die Idee von Bidens Finanzministerin Janet Yellen, beim Versicherungsschutz für russisches Öl anzusetzen, das per Schiff ausgeliefert wird. Hintergrund: Bevor ein Tanker ablegt, schließt die Eigentümerfirma eine Police ab, um sich gegen die Folgekosten eines Unfalls oder sonstigen Schadens zu schützen. 95 Prozent dieses Versicherungsgeschäfts werden über die International Group of P&I Clubs in London abgewickelt. Künftig könnten Frachtkonzerne nur noch dann Policen erhalten, wenn das Öl, das sie transportieren, deutlich unter Weltmarktpreis in Russland eingekauft wurde.

Dies gesetzgeberisch umzusetzen, ist jedoch nicht leicht. Und Russland könnte sich wehren, indem es etwa selbst Versicherungsschutz anbietet oder finanzielle Anreize in Aussicht stellt.

So bleiben Zweifel, ob sich ein Preisdeckel durchsetzen ließe, wenn die großen asiatischen Ölimporteure nicht mitmachen, allen voran China und Indien. Der indische Premierminister Narendra Modi, der in Elmau zu Gast war, hat sich zu den Plänen bisher nicht geäußert. Die G 7 wollen im Gespräch bleiben. Man werde mit internationalen Partnern Möglichkeiten zur Senkung der Energiepreise prüfen, einschließlich der Möglichkeit, vorübergehende Preisobergrenzen für Importe einzuführen, heißt es in der Abschlusserklärung.

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