Prantls Blick:Die Reste der RAF

Prantls Blick: Hohe Sicherheitsstufe: Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei verlässt am 27. Februar in einer Kolonne mit weiteren Polizeifahrzeugen das Amtsgericht Verden. Die frühere Terroristin der "Roten Armee Fraktion" (RAF), Daniela Klette, 65, war zuvor in Berlin gefasst worden.

Hohe Sicherheitsstufe: Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei verlässt am 27. Februar in einer Kolonne mit weiteren Polizeifahrzeugen das Amtsgericht Verden. Die frühere Terroristin der "Roten Armee Fraktion" (RAF), Daniela Klette, 65, war zuvor in Berlin gefasst worden.

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Kann die Verhaftung von Daniela Klette ein Licht ins Dunkel der vielen unaufgeklärten Verbrechen bringen?

Von Heribert Prantl

Die RAF bleibt ein dunkles, ein erschreckend unaufgeklärtes Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Verhaftung von Daniela Klette, einer Spät-Terroristin der RAF, ändert daran erst einmal nichts. Die Verhaftung weiterer untergetauchter Mitglieder der RAF wird erwartet, ist aber auch noch nicht per se ein Lichtblick. Es wird darauf ankommen, was und wie die Festgenommenen aussagen. Werden sie auspacken? Werden sie die Kronzeugenregel nutzen? Werden Sie über ihr Leben im Untergrund Auskunft geben? Daniela Klette war womöglich 1993 am letzten Terroranschlag der RAF beteiligt, an der Sprengung des Neubaus der hessischen Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Über die Täter dieses Anschlags, bei dem Menschen nicht zu Schaden kamen, weiß man bisher so viel wie über alle Morde und Mordversuche seit 1985: nichts. Und bei den Verbrechen vor 1985 kennt man zwar viele der Täter, aber bei Weitem nicht alle.

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